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Vokabeln ohne Kontext oder Grammatik ohne Anwendung – was bringt wirklich kulturelles Verstehen?

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Bernhard K.
Beiträge: 21
Themenstarter
(@bernhard_k68)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#90]

Ich lerne seit mehreren Jahren Japanisch, hauptsächlich mit Apps und Kursen, und je tiefer ich einsteige, desto mehr beschäftigt mich eine Grundfrage, die eigentlich nie direkt beantwortet wird: Worauf soll man den Schwerpunkt legen, wenn man eine Sprache wirklich durchdringen will – nicht nur kommunikativ überleben, sondern kulturell verstehen?

Die meisten Kurse und Apps fangen mit Vokabeln an, was oberflächlich Sinn ergibt. Man will ja schnell etwas sagen können. Aber Japanisch hat zum Beispiel diese enorm komplexe Honorifiksprache (Keigo), bei der der falsche Ausdruck in einer geschäftlichen Situation wirklich peinlich bis beleidigend wirken kann. Das ist kein Grammatikproblem und kein Vokabelproblem isoliert – es ist beides zusammen, durchtränkt von sozialem Kontext.

Ich frage mich deshalb: Macht es überhaupt Sinn, Grammatik und Vokabeln sequenziell zu lernen, oder ist diese Trennung selbst schon das Problem? Und wie lernt man eigentlich den kulturellen Unterbau einer Sprache, der eben nicht in Vokabellisten steht?

Sommerhalbjahr ist bei mir traditionell meine intensive Lernphase – weniger Ablenkung, mehr Zeit zum Nachdenken. Diesmal möchte ich meinen Ansatz grundlegend überdenken statt einfach weiterzumachen wie bisher. Interessiert mich, wie andere das sehen, vor allem wenn jemand ähnlich komplexe Sprachen wie Japanisch, Arabisch oder Chinesisch lernt.


1 Antwort
Marcus K.
Beiträge: 23
(@codetalk_37)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Interessante Frage, auch wenn mein Hintergrund eher Englisch und Französisch ist – also westliche Sprachen mit deutlich weniger sozialem Schichtsystem in der Grammatik.

Was ich aber aus meiner Arbeit mit Business-Englisch mitnehme: Der kulturelle Kontext sitzt fast nie in der Grammatik allein. Im schriftlichen Bereich zum Beispiel – E-Mails, Reports – merke ich dass British English und American English unterschiedliche Erwartungen an Direktheit haben. Das steht in keiner App. Das habe ich eigentlich nur durch echte Projektkommunikation gelernt, manchmal auch durch Feedback wenn etwas nicht optimal ankam.

Ich glaube dein Punkt zur Trennung Grammatik/Vokabeln trifft was Reales. Diese sequenzielle Logik ist wahrscheinlich ein Überbleibsel von Schulpädagogik, die halt messbar sein muss. Für tatsächliches kulturelles Verstehen bräuchte man eigentlich mehr Immersion in echten Situationen – Texte, Gespräche, Medien – von Anfang an.

Bei Japanisch und Keigo ist das Problem nochmal exponentiell größer als bei allem was ich kenne. Da würde ich ehrlich gesagt auf native Speaker setzen die einem direktes Feedback geben, nicht auf Apps.

Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einem strukturierten Kurs, der beides verbindet – Vokabeln im Kontext und Grammatik mit echten Alltagssituationen. Falls du mit Dänisch anfangen willst, schau dir mal die Möglichkeit an, das erstmal in Ruhe zu testen, bevor du dich festlegst. Dänisch Sprachkurs testen


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