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Norwegische Dialekte im Urlaub verstehen – welcher zuerst?

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Marcus K.
Beiträge: 16
Themenstarter
(@polyglotskeptik)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#29]

Hallo zusammen,

nach wochenlangem Überlegen habe ich diesen Sommer endlich beschlossen, ernsthaft mit Norwegisch anzufangen. Läuft gerade als Sommerprojekt neben dem Job – ich lern lieber bei Klimaanlage als draußen zu schmoren. Anyway.

Jetzt bin ich auf ein Problem gestoßen, über das ich vorher gar nicht nachgedacht habe: Dialekte. Ich wusste, dass es Bokmål und Nynorsk gibt (das ist in diesem Forum schon ausreichend besprochen), aber jetzt stoße ich überall auf Aussagen wie 'der Bergenser Dialekt klingt komplett anders' oder 'in Tromsø versteht man die Leute aus dem Süden kaum'. Und dann gibt es noch die ganzen Hinweise auf Oslodialekte, Trøndersk usw.

Meine Frage ist eigentlich folgende: Was genau sollte ich als absoluter Anfänger priorisieren? Macht es Sinn, sich zuerst auf den Osloer Stadtdialekt zu konzentrieren, weil der in Medien am häufigsten vorkommt? Oder ist das sowieso egal solange man Standard-Bokmål lernt?

Ich frage auch, weil ich nächsten Sommer einen Norwegen-Urlaub plane (noch nichts gebucht, aber Westnorwegen ist favorisiert). Wenn die dort einen komplett anderen Dialekt sprechen, frage ich mich ob ich überhaupt was verstehen werde.

Sind das alles nur Mythen oder wirklich relevante Unterschiede für Anfänger?

Danke


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8 Antworten
Hildegard_52
Beiträge: 0
(@hildegard_52)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich lerne schon seit einigen Jahren verschiedene Sprachen und muss sagen – diese Dialektpanik bei Anfängern kenne ich gut, sie ist aber meistens übertrieben.

Ich hab letzten Sommer (war glaub heiß wie heuer auch schon wieder) in Ruhe bei offenem Fenster norwegische Kinderbücher gelesen und dabei NRK Radio gehört. Da merkt man: die Sprecher dort sind ohnehin meistens gut verständlich und dem Bokmål nah.

Wenn ich an dich denke mit Westnorwegen-Urlaub nächstes Jahr – du wirst mit Basisnorwegisch schon sehr weit kommen. Die Menschen dort sind freundlich und helfen gerne wenn sie merken dass jemand die Sprache versucht. Mach dir da keine zu großen Sorgen. Lern erstmal die Grundlagen richtig, das reicht fürs erste vollkommen aus.

Und die schöne Sommerprojekt-Energie mitnehmen – das ist der beste Zeitpunkt anzufangen!


Antwort
Thomas K.
Beiträge: 28
(@thomask)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich hier schon öfter zur Frage 'braucht man teure Kurse oder reicht gratis Material' geäußert (z.B. hier), und beim Dialektthema ist es ähnlich: man muss nicht alles auf einmal angehen.

Bokmål-Standard ist der richtige Einstieg, da sind sich hier alle einig und das stimmt auch. Aber ich fand Trøndersk persönlich besonders schwer zu verstehen als ich das erste Mal norwegische Alltagsvideos geschaut hab – das hat mich kurz verwirrt. Also vielleicht kurz wissen: Trøndersk ist nochmal ein eigenes Ding, nicht nur 'ein bißchen anders'.

Für Westnorwegen-Urlaub würde ich mir 2-3 Stunden Bergen-spezifischen Content anschauen kurz vor der Reise, mehr brauchts eigentlich nicht als Anfänger.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 10
(@klaush94)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das etwas anders als die bisherigen Antworten, oder zumindest möchte ich eine Nuance einwerfen.

Ja, Oslostandard ist der logische Startpunkt. Aber ich finde es etwas irreführend zu sagen 'Dialekte kommen von selbst'. Das stimmt nämlich nur wenn du aktiv Input aus verschiedenen Regionen suchst. Wenn du nur NRK-Standardprogramm hörst und dann nach Bergen fährst, kannst du durchaus ins Schleudern kommen.

Mein Tipp: Ab ca. Monat 3-4, wenn die Basics sitzen, fang schon an gezielt norwegische YouTube-Videos von Bergensern oder anderen Dialektregionen reinzuhören – nicht zum Lernen, nur zum Gewöhnen. Passives Exposure früh reinkippen macht einen Unterschied. Hab ich bei mehreren Sprachen so gemacht und es hilft enorm beim späteren Verstehen.

Bevor du dich mit Dialekten beschäftigst, lohnt es sich, erstmal eine solide Grundlage im Standard-Norwegisch aufzubauen. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einem Online-Kurs, der die Aussprache wirklich gut erklärt – das hilft enorm, wenn man später die Dialekte einordnen will. zur Demoversion


Antwort
Marco K.
Beiträge: 17
(@marco91)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hatte beim Spanischlernen mal eine ähnliche Diskussion – da ging es darum, welchen Akzent man zuerst angeht. Das Prinzip ist glaube ich dasselbe: Als Anfänger fängst du mit dem an, was am meisten Lernmaterial hat und am breitesten verwendet wird.

Beim Norwegischen ist das eindeutig der Osloer Standarddialekt, also mehr oder weniger das, was dem schriftlichen Bokmål am nächsten kommt. Den hörst du in NRK-Nachrichten, in Podcasts, in Lernmaterialien. Das ist dein Anker.

Die anderen Dialekte kommen dann von selbst, wenn du mehr Input bekommst. Bergensisch oder Trøndersk würde ich absolut nicht als Anfänger ansteuern – das ist wie wenn jemand für Deutschland-Urlaub zuerst Bayerisch lernen will. Theoretisch konsistent, praktisch Zeitverschwendung am Anfang.


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