Hallo zusammen,
nachdem ich selbst viele Jahre mit verschiedenen Sprachen und Zertifikaten gearbeitet habe – unter anderem DELF und Cambridge – frage ich mich gerade, was ich einer Person empfehlen soll, die Englisch buchstäblich von null anfangen möchte. Ich kenne das Selbststudium sehr gut und weiß, dass man mit der richtigen Methodik und strukturiertem Vokabeltraining weit kommt. Aber gilt das auch für jemanden ohne jede Lernerfahrung?
Mein Eindruck aus eigener Erfahrung: Gerade am Anfang braucht man Orientierung, sonst lernt man womöglich Dinge in der falschen Reihenfolge oder bildet falsche Strukturen, die sich später einschleifen. Ein Kurs gibt Struktur, aber kostet Zeit und Geld – und viele Kurse fangen im Herbst an, also wäre der Sommer eigentlich ideal für einen ersten Selbstversuch.
Andererseits gibt es heute so viele Materialien, dass man sich theoretisch alles selbst beibringen kann. Die Frage ist doch: Hat man als blutiger Anfänger überhaupt das Werkzeug, um den eigenen Fortschritt zu beurteilen? Ich würde sagen: nein. Aber ich lasse mich gerne von anderen Meinungen überzeugen.
Was denkt ihr – lohnt sich für Anfänger ein Kurs, oder kann man gleich mit Selbststudium einsteigen? Und welche Grundlagen sollte man auf jeden Fall systematisch angehen?
Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, auch wenn ich nicht Englisch, sondern Französisch und Spanisch lerne – also ähnliche Ausgangslage. Ich hab einfach angefangen, Filme zu schauen, und ehrlich gesagt war das am Anfang ziemlich frustrierend. Man versteht ja gar nichts! Ohne irgendeine Grundlage schwimmt man total.
Mein Rat wäre deshalb: Zumindest ein kleiner Anfängerkurs schadet nicht, auch wenn er nur ein paar Wochen dauert. Einfach damit man weiß, wie die Sprache grundsätzlich funktioniert. Danach kann man wunderbar selbst weitermachen.
Was mir persönlich sehr hilft: Krimis und Serien im Original, weil die Sprache dort natürlich klingt und man denselben Satz oft mehrmals hört. Aber das funktioniert eben erst, wenn man schon ein bisschen Boden unter den Füßen hat.
Ihre Frage, ob Anfänger den eigenen Fortschritt beurteilen können – da gebe ich Ihnen recht. Das kann man wirklich kaum. Ein bischen Begleitung am Anfang ist da schon sinnvoll.