Hallo zusammen,
ich arbeite als Projektleiter täglich mit englischen Fachbegriffen und Email-Korrespondenz. Meine größte Frustration: Ich merke, dass meine deutschen Kollegen und ich beim Schreiben immer wieder die gleichen Fehler machen – und zwar nicht zufällig, sondern systematisch.
Besonders bei Artikeln ('a' vs 'the' vs kein Artikel) und Präpositionen ('in', 'at', 'on', 'during' etc.) passiert mir ständig etwas, das auf Englisch einfach falsch klingt. Mein amerikanischer Geschäftspartner hat mir jetzt geradeheraus gesagt: 'It sounds like a German speaking English.' Das hat mir zu denken gegeben.
Ich nutze zwar regelmäßig Vokabel-Apps zwischen Meetings, aber das hilft mir bei diesen Struktur-Problemen nicht wirklich weiter. Es geht nicht um fehlende Wörter, sondern um das 'wie' der Zusammensetzung.
Gibt es spezifische Fehler, die Deutsche einfach häufiger machen als andere? Und vor allem: Wie trainiert man das gezielt weg?
Ja, das ist typisch. Ich hab das auch gemerkt, als ich wieder anfing Spanisch zu sprechen – die Reisesprache und die korrekte Sprache sind zwei verschiedene Dinge. Bei dir ist es ähnlich: Meetings funktionieren auch mit fehlerhaften Artikeln, aber schriftlich merkt man das sofort.
Echte Gespräche mit Muttersprachlern helfen am meisten. Nicht Tandem, sondern richtiger Austausch, wo jemand korrigiert.
Das kenne ich aus meiner eigenen Konversationspraxis – die Fehler entstehen oft gar nicht beim Schreiben, sondern beim Denken davor. Du übersetzt noch zu sehr Wort für Wort aus dem Deutschen.
Was mir geholfen hat: regelmäßig englische Texte lesen (nicht übersetzen, sondern echtes Lesen), und parallel die Fehler aufschreiben, die du machst. Dann gezielt nur diese Muster üben. Manche Apps haben dafür Funktionen, aber ehrlich gesagt funktioniert das beste mit echten Gesprächen – dann bekommst du sofort Feedback.
Wie viel Zeit kannst du wöchentlich für gezieltes Grammatik-Drill aufbringen?
Das ist genau so ein Problem wie beim Französischen mit den Nasalen – deutsche Strukturen sitzen einfach zu tief drin. Der Unterschied ist nur: Beim Französischen kann man das mit Aussprachetraining angehen, beim Englischen ist es die Grammatiklogik selbst.
Das Klassiker-Problem: Wir Deutschen denken in Fällen (Nominativ, Dativ etc.), aber Englisch arbeitet mit Wortstellung. Das ist ein kompletter Perspektivwechsel. Artikel sind im Englischen viel semantischer – 'a' und 'the' drücken aus, ob etwas neu oder bekannt ist, nicht ob es männlich oder weiblich ist.
Mein Tipp: Nicht mehr regelbasiert lernen, sondern Chunks einprägen. Nicht 'in the morning' einzeln, sondern als komplette Phrase immer zusammen.
Interessante Beobachtung, Marcel. Aber ich würde hinterfragen: Sind diese Fehler wirklich systematisch, oder ist es eher so, dass die Verständlichkeit in der Arbeitskommunikation gar nicht unter 'a/the'-Fehlern leidet? Dein Partner hat das kritisiert – aber verstehen die dich trotzdem?
Wenn ja, könnte man argumentieren, dass du die Lernressource besser in Business-Vokabeln oder Klaartechnik investierst statt in perfekte Artikel. Was sagt dein Bauchgefühl – ist das wirklich ein Hindernis bei der Karriere?