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Wenn man Dänisch lernt – versteht man dann automatisch Schwedisch/Norwegisch?

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Klaus H.
Beiträge: 10
Themenstarter
(@klaush94)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#20]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit knapp vier Monaten Dänisch und mache nach eigenem Gefühl ganz ordentliche Fortschritte, zumindest was Grundvokabular und einfache Sätze angeht. Über den Sommer will ich das intensivieren – hab eh mehr Zeit als sonst, also nutze ich das.

Jetzt ist mir beim Recherchieren immer wieder aufgefallen, dass Dänisch, Schwedisch und Norwegisch ja angeblich gegenseitig verständlich sein sollen, also die sogenannte "gegenseitige Verständlichkeit". Aber wie viel steckt da wirklich drin? Ich meine – gilt das auch schon für Anfänger oder nur wenn man wirklich gut ist?

Konkret: Ich hab letztes Wochenende einen kurzen schwedischen YouTube-Clip gesehen und fand tatsächlich, dass ich hier und da was erkennen konnte. Aber war das Einbildung oder hat das was mit meinem Dänisch zu tun?

Und Norwegisch soll ja sogar noch näher dran sein als Schwedisch? Stimmt das? Ich frage weil ich im Urlaub wahrscheinlich durch Skandinavien fahren werde (Dänemark-Schweden-vielleicht Norwegen) und mich interessiert, ob ich mit Dänisch irgendwie über alle drei Länder komme oder ob das illusorisch ist.

Freue mich über Erfahrungsberichte!

Klaus


5 Antworten
Maria S.
Beiträge: 3
(@sprachprofi2024)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kann das linguistisch etwas einordnen. Die drei Sprachen bilden das sogenannte Festlandskandinavische Dialektkontinuum. Das bedeutet: Auf einer Skala von Verständlichkeit liegt Norwegisch (Bokmål) am nächsten zum Dänischen – schriftlich praktisch identisch in vielen Strukturen, gesprochen mit deutlich besserer Aussprache-Transparenz als Dänisch. Schwedisch ist einen Schritt weiter entfernt, aber immer noch nah.

Für Lernende gilt grob: Nach ca. 3-6 Monaten Dänisch kann man norwegische Texte mit Wörterbuch schon leidlich lesen. Beim Hören braucht man länger. Schwedisch ist etwas schwieriger, weil der Wortton (Tonakzent) so anders funktioniert.

Dein Erlebnis mit dem YouTube-Clip ist plausibel und keine Einbildung. Sogenannte "kognate" Wörter – also Wörter mit gemeinsamen Wurzeln – machen in allen drei Sprachen einen riesigen Anteil des Grundwortschatzes aus. Du hast also echte Transferleistung gezeigt.

Für die Reise: Für Dänemark natürlich top, in Norwegen wirst du vieles lesen können, in Schweden gesprochen eher schwieriger. Englisch bleibt die sichere Backup-Option – ist in allen drei Ländern exzellent verbreitet.

Falls du noch nach einer Alternative zu Babbel suchst, schau dir mal sprachenlernen24.de an – ich hab da gute Erfahrungen gemacht, besonders wenn man mehrere skandinavische Sprachen parallel angehen möchte. Tipp: Starte mit kostenlosem Newsletter*


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Klaus M.
Beiträge: 2
(@klausi_1973)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich seh das etwas nüchterner als Ingrid. Klar, die Sprachen sind verwandt, aber ich würde aufpassen die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Ich hab mal versucht Schwedisch zu hören nachdem ich ein paar Brocken Dänisch gelernt hatte – und ehrlich gesagt war das Verstehen eher Raten als wirkliches Verstehen.

Die gegenseitige Verständlichkeit funktioniert viel besser zwischen Muttersprachlern die jahrelang Erfahrung mit der eigenen Sprache haben und dann die Nachbarsprache hören. Als Lernender mit vier Monaten Erfahrung bist du noch nicht an dem Punkt.

Das soll jetzt kein Anlass zur Demotivation sein! Für den Urlaub ist das trotzdem toll was du machst. Aber ich würd mich nicht drauf verlassen, dass du in Schweden oder Norwegen wirklich kommunizieren kannst. Englisch können die eh alle sehr gut.

Übrigens hab ich bei meiner Sprachenlernerei generell gemerkt dass solche "Shortcuts" selten so einfach funktionieren wie man hofft – hatte das auch beim Französischen so gedacht. Da hab ich mich dann doch erstmal auf eine richtige Methode konzentriert, wie ich's hier im Französisch-Thread auch mal beschrieben hab.


Antwort
Sandra W.
Beiträge: 4
(@s-weber59)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin da eher pragmatisch eingestellt. Vor ein paar Jahren war ich in Kopenhagen und hab gemerkt: Englisch reicht überall, aber die Einheimischen freuen sich ehrlich wenn man auch nur ein paar Worte versucht. Ob du in Schweden dann wirklich kommunizieren kannst – da würde ich keine großen Erwartungen haben nach vier Monaten. Aber als Reisender zählt oft schon der gute Wille. Also einfach ausprobieren und nicht verkopfen.

Falls du nach einer Alternative zu Babbel suchst, schau dir mal sprachenlernen24.de an – ich hab da gute Erfahrungen gemacht, besonders weil die auch auf die nordischen Sprachen eingehen und man dort praktische Tipps bekommt, die über reines Vokabelpauken hinausgehen. Tipp: Starte mit kostenlosem Newsletter*


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Martin-Koch
Beiträge: 1
(@martin-koch)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Dem SprachProfi kann ich weitgehend zustimmen. Ich würde noch ergänzen: Gerade das gesprochene Dänisch selbst ist ja schon für Nicht-Muttersprachler eine Herausforderung wegen der vielen verschluckten Laute. Interessanterweise berichten Schweden und Norweger umgekehrt oft, dass sie Dänisch am schwersten unter den drei Sprachen verstehen – obwohl es ihnen so nah ist. Die Aussprache macht eben viel aus.

Ich hab mich auch schon mit polnischen und anderen Sprachfamilien beschäftigt, und da sieht man das immer wieder: Schrift und Aussprache entwickeln sich oft in unterschiedliche Richtungen. Bei den skandinavischen Sprachen ist das besonders auffällig.

Für deinen Sommertrip: Ich würde empfehlen einfach mal bewusst norwegische und schwedische Podcasts oder kurze Videos parallel anzuschauen und intuitiv zu merken wo du Überschneidungen erkennst. Das ist gleichzeitig auch gutes Training fürs Dänisch-Hörverständnis.


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