Hallo zusammen,
ich plane diesen Sommer endlich meinen lang geplanten Urlaub an die dänische Westküste (Fanø, vielleicht auch ein bisschen Richtung Esbjerg) und möchte die Wartezeit bis dahin nutzen, um wenigstens Grundkenntnisse aufzubauen. Läuft jetzt seit etwa 6 Wochen ganz gut.
Jetzt ist mir aber etwas aufgefallen, das mich etwas verwirrt: Wenn ich mir auf YouTube dänische Videos anschaue, klingt das manchmal völlig anders als das, was mir meine App beibringt. Und dann gibt es noch die dänische Minderheit hier in Schleswig-Holstein, die ja auch irgendwie Dänisch spricht – aber das soll sich angeblich nochmal unterscheiden?
Meine konkreten Fragen:
- Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen dem Dänisch in Dänemark und dem, was die dänische Minderheit in Deutschland spricht?
- Wenn ja, lohnt es sich für einen absoluten Anfänger überhaupt, diese Unterschiede zu kennen?
- Welches 'Standard-Dänisch' sollte ich als Grundlage nehmen, wenn mein Ziel erstmal nur ist, mich im Urlaub zurechtzufinden?
Ich will nicht unnötig Zeit verschwenden und alles auf einmal lernen wollen. Fokus ist erstmal der Urlaub im August. Danke schon mal!
Da muss ich VocabMaster3491 oben zustimmen – und noch etwas ergänzen.
Ich lerne Sprachen schon seit vielen Jahren und habe die Erfahrung gemacht, dass man als Anfänger gut daran tut, sich wirklich auf eine einzige Varietät zu konzentrieren. Das Gehirn braucht erst einmal eine stabile Grundlage, bevor es sinnvoll Varianten einordnen kann. Ich habe das beim Englischen ähnlich erlebt, als ich damals angefangen habe zu lernen – da war es wichtig, erstmal eine konsistente Quelle zu haben.
Für Dänisch gilt: Rigsdansk ist der absolute Standard, er wird in Schulen gelehrt, im Fernsehen gesprochen und im Tourismus verwendet. Das Dänisch der deutschen Minderheit hat historische Gründe und ist für Lernende eine Kuriosität, keine Lerngrundlage.
Was deinen Sommer-Urlaub angeht: Fokussier dich auf die wichtigsten Alltagsphrasen und ein bisschen Hörverständnis. Das reicht für Fanø völlig aus.
Ich hab mich letztes Jahr auch kurz mit dem Thema beschäftigt, weil ich in Flensburg war und da ja beide Sprachen präsent sind.
Kurze Antwort: Für deinen Augusturlaub auf Fanø brauchst du dir darüber absolut keinen Kopf machen. Die Leute dort sprechen entweder Standarddänisch oder reden eh Englisch mit Touristen. Das Sønderjysk ist wirklich eher was für Leute, die tiefer in die Geschichte der Grenzregion eintauchen wollen.
Was ich dir aber empfehlen würde: Hör dir auf YouTube mal Videos von DR (dem dänischen öffentlich-rechtlichen Sender) an. Die Sprecher dort reden ein sehr klares, deutliches Standarddänisch. Das hilft fürs Gehör viel mehr als manche Apps, die manchmal komisch klingende Sprachausgaben haben.
Falls du noch keinen strukturierten Kurs hast, schau dir mal diesen hier an – ich hab damit angefangen und fand den Einstieg ins Dänische wirklich solide, gerade wenn man noch bei den Grundlagen ist. Dänisch Sprachkurs testen
Gute Frage, die ich mir beim Spanischen ähnlich gestellt hab (da ist es ja auch ein Riesen-Thema, iberisch vs. lateinamerikanisch).
Beim Dänisch ist die Situation aber etwas anders gelagert. Das 'Sønderjysk' – also das Dänisch der Minderheit in Schleswig – ist historisch gewachsen und hat tatsächlich eigene Eigenheiten, sowohl in der Aussprache als auch im Wortschatz. Es ist aber kein eigener Standard, sondern eher ein regionaler Dialekt mit historischem Hintergrund.
Für deinen Urlaubszweck ist die Empfehlung eindeutig: Lern das Rigsdansk, also das Standarddänisch wie es in Kopenhagen und im Rundfunk gesprochen wird. Das verstehen alle Dänen, egal wo. Was du in Apps und Kursen lernst, ist in aller Regel genau das. Die Unterschiede zum Sønderjysk sind für jemanden auf deinem Level erst mal irrelevant – die wirst du im Urlaub an der Westküste auch kaum zu hören bekommen, außer du gehst gezielt in die Grenzregion.
Ich finde es gut, dass du dir solche Gedanken machst, aber ich sehe das hier ein bisschen anders als die anderen.
Der Punkt mit dem Sønderjysk ist zwar für deinen Urlaub tatsächlich nebensächlich – da hab ich nichts einzuwenden. Aber ich würde trotzdem darauf hinweisen, dass 'Dänisch in Dänemark' selbst keine einheitliche Sache ist. Zwischen Kopenhagen und Jütland gibt es hörbare Unterschiede, und gerade an der Westküste, wo du hinwillst, klingt es manchmal anders als das Bücher-Dänisch.
Das bedeutet nicht, dass du das jetzt alles lernen sollst – das wäre quatsch für einen Anfänger. Aber rechne damit, dass du im Urlaub manches nicht sofort verstehst, auch wenn dein Lernstand eigentlich ganz solide ist. Das ist normal und kein Zeichen, dass dein Lernen falsch war. Ich kenn das aus eigener Erfahrung mit anderen Sprachen: Zwischen Lehrbuch und Straße liegt immer eine Lücke. Die schließt sich dann schnell vor Ort.