Hallo zusammen,
ich bin jetzt 56 Jahre alt und habe vor 6 Wochen angefangen, Spanisch zu lernen. Eigentlich war ich sehr motiviert, weil meine Frau und ich nächstes Jahr nach Andalusien auswandern wollen.
Die ersten Wochen liefen auch ganz gut. Ich habe täglich eine Stunde mit der App gelernt und zusätzlich ein Lehrbuch durchgearbeitet. Aber seit etwa 10 Tagen ist die Luft völlig raus. Ich schiebe das Lernen immer weiter auf, finde tausend Ausreden und wenn ich dann doch mal das Buch aufschlage, verstehe ich plötzlich gar nichts mehr. Die Grammatik kommt mir vor wie ein undurchdringlicher Dschungel.
Besonders frustrierend ist, dass ich das Gefühl habe, alles wieder vergessen zu haben. Vokabeln, die ich vor zwei Wochen noch wusste, sind wie weggeblasen. Und diese ganzen Verbkonjugationen... ser, estar, hay - ich bringe ständig alles durcheinander.
Meine Frau sagt, ich soll nicht aufgeben, aber ehrlich gesagt denke ich schon daran. Vielleicht bin ich einfach zu alt dafür? Ist so ein Motivationseinbruch normal oder bin ich einfach nicht sprachbegabt genug?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie kommt man aus so einem Loch wieder raus?
Das ist völlig normal und geht praktisch jedem so. Nach den ersten Wochen Euphorie kommt immer der Einbruch - das nennt sich "Plateau-Phase". Du hast die Grundlagen gelernt und merkst plötzlich, wie komplex die Sprache wirklich ist. Das Gehirn braucht Zeit, um alles zu sortieren.
Ser/estar verwechseln sogar Muttersprachler manchmal, also mach dir da keinen Stress. Mein Tipp: Reduzier erstmal das Pensum. Statt einer Stunde täglich vielleicht nur 20 Minuten, dafür konsequent. Und konzentrier dich auf das Sprechen, auch wenn's nur vor dem Spiegel ist.
Hey Werner! Oh ja, kenn ich total. Bei mir war's nach 5 Wochen Englisch genau das gleiche - dachte schon, ich bin zu doof dafür 😅
Aber weißt du was? Das geht vorbei! Dein Gehirn sortiert gerade alles, was du gelernt hast. Ist wie bei 'nem Computer, der Updates installiert - läuft erstmal langsamer, aber dann besser als vorher.
Vielleicht probierst du mal was anderes aus? Netflix hat auch spanische Serien mit Untertiteln. Oder YouTube-Videos für Anfänger. Manchmal hilft's, einfach die Lernmethode zu wechseln, wenn man in 'ner Sackgasse steckt.
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Werner, ich kenne das nur zu gut! Bei mir war's ähnlich mit Französisch - nach 2 Monaten wollte ich auch hinschmeißen.
Das Problem ist oft, dass wir uns zu viel vornehmen. Eine Stunde täglich ist ziemlich ambitioniert für den Anfang. Versuch's mal mit 15-20 Minuten, aber dafür wirklich jeden Tag. Und gönn dir auch mal 'nen Tag Pause ohne schlechtes Gewissen.
Was mir geholfen hat: Ich hab angefangen, spanische Musik zu hören. Manu Chao zum Beispiel - versteht man zwar nicht alles, aber das Ohr gewöhnt sich an den Klang. Und kauf dir vielleicht mal ein Kinderbuch auf Spanisch. Klingt albern, aber die einfachen Sätze geben einem wieder Erfolgserlebnisse.
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