Hallo zusammen,
ich habe mir vorgenommen, diesen Sommer endlich Türkisch anzugehen. Schon länger auf der To-Do-Liste, aber jetzt wo die Uni-Prüfungen durch sind, hab ich endlich ein bisschen Luft. Ich plane im September einen längeren Aufenthalt in der Türkei und dachte, drei Monate reichen zumindest für die Basics.
Mein erstes Problem: Ich weiß nicht, wie ich das Alphabet angehen soll. Ich meine, das lateinische Alphabet ist ja die Basis, das kenn ich natürlich – aber die türkischen Sonderzeichen machen mich schon beim Hinschauen etwas kirre. Ich weiß nicht mal, in welcher Reihenfolge ich die Buchstaben angehen soll. Einfach A bis Z und dabei die Türkischen Extras mitnehmen? Oder erstmal nur die Buchstaben, die sich komplett anders verhalten als erwartet?
Ich hab bisher nur ein paar YouTube-Videos geschaut, die zeigen meistens einfach alle Buchstaben hintereinander – aber ob das der sinnvollste Einstieg ist, bezweifle ich. Bei Spanisch hat mir damals ein strukturierterer Ansatz mehr gebracht als random draufloslernen.
Hat jemand von euch das Alphabet gezielt gelernt, also mit System, und kann sagen was wirklich funktioniert hat? Und wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr einigermaßen flüssig lesen konntet? Ich lerne am liebsten mit konkreten Übungen und nicht nur Theorie, falls das hilft.
Danke schon mal!
Hey, ich hab mich mit dem gleichen Thema schon etwas beschäftigt – auch im Kontext von welche Methode zu welchem Lerntyp passt (hab dazu mal was geschrieben: Lerntyp bestimmen - bin ich eher der Grammatik- oder Praxis-Mensch?).
Kurze Antwort: Das türkische Alphabet ist ehrlich gesagt gar nicht so das große Problem. Du hast 29 Buchstaben, davon kennst du gefühlte 20 schon aus dem Deutschen oder Englischen. Die Sonderzeichen wie ç, ş, ğ, ı und so sind am Anfang komisch, aber die lassen sich in 2-3 Tagen einprägen wenn man sie konsequent mit Beispielwörtern übt.
Mein Tipp: Nicht einfach Buchstabe für Buchstabe auswendig lernen, sondern direkt mit echten kurzen Wörtern arbeiten. Du lernst "ç" viel schneller wenn du weißt dass "çay" Tee heißt, als wenn du nur sagst "ç klingt wie tsch". Der Klang plus ein konkretes Bild dahinter – das bleibt.
Das ğ ist übrigens der Buchstabe der die meisten verwirrt, weil er eigentlich kaum ausgesprochen wird und eher den vorherigen Vokal dehnt. Da würd ich mir keine großen Gedanken machen, das schleift sich von selbst ein.
Nach einer Woche konsequentem Üben solltest du einfache Texte schon entziffern können, auch wenn du die Wörter noch nicht kennst. Das motiviert übrigens enorm.
Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als Thomas. Das Alphabet ist natürlich ein guter erster Schritt, aber ich hab selbst erlebt wie man Buchstaben kennen kann und trotzdem beim Sprechen komplett blockiert ist – das Lesen und das wirkliche Verstehen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich hab dazu sogar mal einen eigenen Thread geschrieben: 500 Vokabeln im Kopf, aber warum war ich bei echten Sprechern stumm?
Also ja, lern das Alphabet – dauert wirklich nicht lang, das stimmt. Aber parallel dazu würde ich dir empfehlen, dir von Anfang an echte Aussprache anzuhören. Am besten native speaker, nicht nur Text-to-speech. Das ı (das ohne Punkt!) zum Beispiel klingt für deutsche Ohren sehr ungewohnt und da hilft kein Buchstaben-Chart, da muss man es einfach oft genug gehört haben.
Und noch was: Gib dir nicht drei Monate um alles zu lernen bevor du losredest. Fang parallel zum Alphabetlernen schon mit einfachen Phrasen an, sonst sitzt du im September in der Türkei und kannst zwar lesen aber nicht reagieren. Das wäre schade.