Hallo zusammen,
ich bin seit kurzem im Ruhestand und habe mir vorgenommen, Norwegisch zu lernen – nicht nur wegen der Sprache selbst, sondern weil mich fasziniert, wie unser Gehirn ähnliche Sprachstrukturen erkennt und nutzt.
Beim Durchstöbern verschiedener Apps bin ich mehrfach auf die These gestoßen, dass Deutsch und Norwegisch sich grammatikalisch ähneln. Das stimmt – ich sehe es bei Wörtern wie "hus" (Haus), "mann" (Mann) oder bei den Kasusstrukturen. Aber meine eigentliche Frage:
Wo genau liegen für uns Deutschsprachler die größten *praktischen* Vorteile? Ich meine nicht nur oberflächliche Wort-Ähnlichkeiten, sondern: Welche Strukturen kann ich wirklich direkt vom Deutschen ins Norwegische übertragen, ohne mein Gehirn zu verwirren?
Hat jemand von euch systematisch diese Parallelen beim Lernen genutzt – und was hat am meisten gebracht? Und wo hat euch diese "Ähnlichkeit" sogar in die Irre geführt?
Danke für eure Erfahrungen!
Gute Beobachtung, Hildegard. Ich arbeite mich ja gerade durch verschiedene Sprachapps für mein B2 Spanisch (siehe auch mein früherer Thread zu Apps vs. Intensivkurs), aber das Prinzip ist überall das gleiche.
Bei Norwegisch konkret: Die Satzstellung ist der größte Vorteil für euch. VSO-Muster im Hauptsatz funktioniert fast identisch wie im Deutschen – das spart euch tatsächlich mentale Energie. Der Artikel-Unterschied (bokmål: en/et statt der/das) ist dann schnell internalisiert.
Wo Apps NICHT helfen: Die subtilen Unterschiede zwischen norwegischen Dialekten und die Nutzung von "skal" vs. "vil" in alltäglichen Kontexten. Das braucht echte Kontextualisierung, nicht nur Vokabel-Drilling. Meine Erfahrung zeigt, dass die Apps den Strukturvorteil überschätzen und die Alltagssprache unterschätzen.