Hi Margit,
für mich als jemand der Sprachen vor allem für konkrete Zwecke lernt würde ich es pragmatisch angehen: Definier zuerst, was du mit Norwegisch machen willst, dann weißt du auch welche Sätze wirklich relevant sind.
Technisch gesehen – ich hab das beim Dänisch-Einstieg ähnlich gemacht – hilft es, mit einem strukturierten Kurs anzufangen der die Grundmuster erklärt, und dann gezielt die Vokabeln zu ergänzen die man tatsächlich braucht. Gute Lernplattformen bieten da inzwischen nette interaktive Module.
Die absoluten Basics die ich empfehlen würde: Begrüßungen, sich vorstellen, nach Dingen fragen, Verneinung, und ein paar Modalverben (vil, kan, må). Damit kommt man erstaunlich weit. Den Rest baut man dann je nach Bedarf drumherum auf. Klingt banal, ist aber effizient.
Ich bin da ein bisschen skeptisch was die Erwartungen angeht. Viele Kurse – auch strukturierte – versprechen, dass man mit den "richtigen" ersten Sätzen schnell ins Gespräch kommt. In der Praxis funktioniert das selten so.
Was wirklich hilft: Sätze, die du auch verstehst wenn sie jemand anderes sagt. Und das ist der Knackpunkt. Du kannst "hva heter du" auswendig lernen, aber wenn die Antwort zu schnell kommt oder der Dialekt abweicht, bist du schon verloren.
Mein ehrlicher Rat: Fang mit Hören an, nicht mit Sprechen. Norwegisches Radio, kurze Videos mit Untertiteln, irgendwas wo du die Sprache im echten Tempo hörst. Sonst lernst du eine Art Labornorwegisch das im Alltag kaum vorkommt. Ich hab das beim Türkisch-Lernen ähnlich erlebt – die ersten drei Monate hab ich fast nur gesprochen und kaum wirklich verstanden.