Hallo zusammen,
ich bin seit kurzem in Rente und möchte mich – nach Italienisch und Spanisch – jetzt auch Norwegisch vornehmen. Da ich bisher mit Sprachen ganz gute Erfolge hatte, frage ich mich: Wo genau liegen eigentlich die Ähnlichkeiten zwischen Deutsch und Norwegisch, und kann ich die beim systematischen Lernen wirklich nutzen?
Ich habe gelesen, dass beide Sprachen germanisch sind und ähnliche Grammatikstrukturen haben sollen. Aber konkret: Helfen mir meine Deutsch-Kenntnisse beim Genitiv, bei den Fällen, bei der Wortstellung? Oder ist das eher ein psychologischer Vorteil?
Mein Plan ist, täglich Vokabeln zu trainieren (wie bisher) und zusätzlich einen Tandempartner für regelmäßige Konversation zu suchen. Aber ich möchte nicht blind vorgehen – ich würde gerne wissen, wo ich gezielt auf diese Gemeinsamkeiten hinarbeiten kann, um schneller voranzukommen.
Wie habt ihr das gemacht? Welche Parallelen waren für euch als Deutsche beim Einstieg am hilfreichsten?
Gute Frage, Helmut! Die Parallelen sind tatsächlich größer als man denkt. Beide Sprachen haben Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv), beide arbeiten mit Genus bei Substantiven, und die Wortstellung im Hauptsatz ist vergleichbar – Verb an Position 2.
Wo es hilft: Starke Verben funktionieren ähnlich wie im Deutschen (geben/gi, nehmen/ta). Präpositionen regieren dieselben Fälle. Das Aufbauprinzip von Sätzen wird dir vertraut vorkommen.
Wo es knifflig wird: Norwegisch hat nur zwei Artikel (en/ei für Singular), nicht vier wie Deutsch. Die Pluralbildung ist anders. Und die Aussprache hat einige Tücken, die du aus dem Deutschen nicht kennst.
Mein Tipp: Nutze diese Parallelen bewusst beim Vokabeltraining – erkenne Wortfamilien (Hund/hund, Haus/hus). Aber verlasse dich nicht komplett darauf. Für dein Tandemtraining würde ich trotzdem mit einem echten Muttersprachler üben, der dir auch die Unterschiede zeigt. Viel Erfolg beim Start!