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1000 oder 5000 Wörter? Wann wird Norwegisch wirklich lebendig?

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Klaus H.
Beiträge: 35
Themenstarter
(@klaush94)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#67]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit Norwegisch und stoße überall auf unterschiedliche Aussagen zum notwendigen Grundwortschatz. Die einen sagen, 1000 Wörter reichen für 80% des Alltags, andere behaupten, man braucht mindestens 3000 für echte Flüssigkeit. Als jemand, der sich über 20 Jahre mit Sprachlernen beschäftigt, bin ich skeptisch gegenüber solchen pauschalen Aussagen.

Meine Frage ist nicht die übliche "Wie viele Wörter muss ich pauken?", sondern eher: Wie hängt die benötigte Wortschatzgröße davon ab, wie man lernt und was man tatsächlich mit der Sprache will? Wenn ich klassische Literatur lesen möchte – reicht eine andere Basis als wenn ich nur Alltagsgespräche führen will?

Und noch wichtiger: Welche Wörter sind es überhaupt? Ein generisches 1000-Wort-Paket aus einer App ist doch etwas völlig anderes als gezielt 1000 Wörter aus Kontexten zu lernen, die mit meinen Interessen verbunden sind.

Wie habt ihr das angegangen? Welche Erfahrungen habt ihr mit unterschiedlichen Wortschatz-Strategien gemacht?


4 Antworten
Stefan M.
Beiträge: 13
(@stefan-mueller)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Stefan hier – beim Testen von Apps fällt mir auf: Die besten Erfolge mit Spanisch B2 haben die, die nicht nach Listen lernen, sondern die Wörter in echten Texten und Videos treffen. Ob das 2000 oder 5000 sind, scheint fast egal. Der Input muss aber variantenreich sein – verschiedene Kontexte, verschiedene Sprecher.


Antwort
Helmut B.
Beiträge: 37
(@h-brenner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Klaus, deine Skepsis teile ich völlig. Die Zahlenspielerei ist frustrierend. Ich habe beim Italienischen gemerkt: Wenn ich Calvino und Eco lesen wollte, brauchte ich erst die solide Basis – dann aber nicht einfach mehr Vokabeln, sondern ein wirkliches Verständnis für den kulturellen Kontext hinter den Wörtern. Mit 2000 Wörtern aus literarischen Kontexten bin ich weitergekommen als jemand mit 5000 Alltags-Wörtern aus einer App. Es geht um Tiefe, nicht um Breite.


Antwort
Gerhard K.
Beiträge: 49
(@gerhard_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Interessante Überlegung! Bei mir war es so: Ich wollte italienische Rezepte verstehen, also habe ich mit Lebensmittel-Wörterbüchern und Kochblog-Texten angefangen. Nach vielleicht 800-1000 Wörtern in diesem speziellen Bereich konnte ich schon überraschend viel lesen. Aber das funktioniert nur, weil ich einen echten Grund hatte, diese Wörter zu lernen.


Antwort
Marcus H.
Beiträge: 11
(@marcusheld)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Für mein Schwedisch-Masterstudium habe ich bewusst anders vorgegangen. Statt nach Wortschatz-Listen zu lernen, bin ich gleich in akademische Texte gegangen. Könnte nicht sagen, dass ich exakt 3000 Wörter kenne, aber ich verstehe Vorlesungen gut genug. Die Effizienz liegt darin, dass ich nur lerne, was ich wirklich brauche.


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