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"die" als Relativpronomen – warum manchmal Plural, manchmal feminin?

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Andreas K.
Beiträge: 39
Themenstarter
(@andreas82)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#48]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit ein paar Monaten Deutsch und komme eigentlich ganz gut voran, aber ein Punkt macht mir wirklich Probleme: das Wort "die".

Ich verstehe, dass "die" der Artikel für feminine Nomen ist – das hab ich inzwischen akzeptiert. Aber dann stoße ich ständig auf Sätze wie "Die Kinder, die spielen..." oder "Das ist die Frau, die ich gestern gesehen habe" – und ich frage mich: Ist das "die" da immer dasselbe? Manchmal kommt es mir vor wie ein Plural-"die", manchmal wie ein feminines Singular-"die", und manchmal wie ein Wort das einfach einen Relativsatz einleitet, egal ob Singular oder Plural.

Besonders verwirrt bin ich bei Sätzen wie "Der Mann, dem ich... / den ich..." – da ändert sich das plötzlich. Aber bei Frauen und bei Pluralformen bleibt es scheinbar immer "die", oder täusche ich mich?

Ich versuche das gerade im Sommer aufzuholen weil ich im Herbst einen Sprachtest machen will. Wäre super wenn jemand das einigermaßen verständlich erklären könnte – am besten mit kleinen Beispielsätzen. Danke schon mal!


5 Antworten
Sabine K.
Beiträge: 17
(@sabinek)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich find das immer wieder schön wenn jemand solche Fragen stellt, weil man dann selbst nochmal drüber nachdenkt 😄

Also ich hab Deutsch als Erstsprache, aber ich erinner mich dass meine Nichte als Kind genau dasselbe Problem hatte – sie fragte mich warum mal "der" und mal "die" vor dem Mann steht. Ich hab ihr das so erklärt: Stell dir vor, das Relativpronomen ist wie ein kleines Echo des Nomen davor. Es kopiert das Geschlecht. Und weil Plural im Deutschen fast immer "die" ist, klingt das für Lernende halt wie Femininum.

Für den Sprachtest würde ich dir empfehlen wirklich eine Tabelle zu lernen. Ich weiß, klingt trocken, aber bei Relativpronomen kommt man da nicht drumrum. Nominativ, Akkusativ, Dativ – die drei Zeilen für der/die/das/Plural. Das sitzt nach einer Woche.

Viel Erfolg für den Herbst!


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 14
(@polyglottech7)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, und ja – deine Beobachtung stimmt genau. Das Wort "die" macht tatsächlich mehrere Jobs gleichzeitig im Deutschen, was für Lernende anfangs ziemlich frustrierend ist.

Kurz erklärt: Als bestimmter Artikel ist "die" feminin Singular (die Frau) oder Plural für alle Genera (die Männer, die Kinder, die Frauen). Als Relativpronomen folgt "die" genau derselben Logik – es richtet sich nach dem Nomen, auf das es sich bezieht. Also:

– "Die Frau, die..." → feminin Singular ✓
– "Die Kinder, die..." → Plural ✓
– "Der Mann, der/den/dem..." → hier ändert sich das Pronomen je nach Kasus, deshalb siehst du plötzlich andere Formen.

Das Spannende: Bei Maskulinum und Neutrum im Relativsatz weichen die Formen stärker ab als bei Femininum/Plural. Und genau da liegt der Grund, warum dir "die" so stabil vorkommt – es ist bei feminin Singular und Plural im Nominativ tatsächlich identisch.

Ich hab das selbst beim Accent aigu vs. grave-Thread schon angemerkt: Muster erkennen hilft enorm. Eine kleine Tabelle mit den Relativpronomen nach Genus und Kasus ausdrucken und vor Augen haben – das macht den Unterschied.


Antwort
Ingrid89
Beiträge: 21
(@ingrid89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurze praktische Ergänzung: Ich hab mir das damals gemerkt, indem ich echte Sätze aus Texten gesammelt hab – jeweils einen pro Genus und Kasus, aufgeschrieben auf kleine Kärtchen. Keine trockene Tabelle, sondern Sätze die ich mir auch vorstellen konnte.

Im Sommer kann man das gut auf Reisen üben – Beschriftungen lesen, einfache Zeitungsartikel, so kurze Dinge. Ich hatte meinen London-Trip letztes Jahr und hab dabei viel gelernt einfach durch Lesen. Mit Deutsch geht das natürlich auch, z.B. einfache Nachrichten-Websites.

Für den Sprachtest im Herbst hast du noch genug Zeit wenn du jetzt anfängst. Nicht stressen!


Antwort
Bernd H.
Beiträge: 32
(@bernd-hofmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich muss ehrlich sagen, ich seh das etwas anders als die Vorredner was die Methode angeht. Tabellen lernen ist schön und gut, aber in meiner Erfahrung – und ich hab mich lange mit Lernmethoden beschäftigt, hab dazu auch einiges ausprobiert – sitzt das Relativpronomen erst dann wirklich, wenn man es gehört und gelesen hat in echten Texten. Viele Leute lernen die Tabelle auswendig und machen im freien Sprechen trotzdem Fehler weil der Automatismus fehlt.

Mein konkreter Tipp: Such dir auf YouTube einfache deutsche Alltagsvideos mit Untertiteln und schreib jeden Relativsatz raus den du hörst. Nach zwei Wochen wirst du merken dass "die" in seinen verschiedenen Rollen sich ganz natürlich anfühlt. Die Tabelle kann dabei als Nachschlagewerk dienen, aber nicht als Hauptlernmittel.

Für einen Sprachtest im Herbst ist das übrigens eine machbare Menge Stoff – die Relativpronomen sind zwar fummelig aber nicht endlos komplex.


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