Hallo zusammen,
ich lerne seit zwei Jahren aktiv Dänisch durch Tandempartner und regelmäßige Reisen nach Kopenhagen. Das funktioniert super für mich – ich lebe die Sprache einfach. Jetzt habe ich parallel mit Portugiesisch angefangen und merke: Bei den beiden kann ich viel übers Sprechen und Alltag aufbauen.
Aber Deutsch ist anders. Ich habe keine aktuellen Deutschkenntnisse und will nicht in einen klassischen Kurs gehen. Meine Frage: Wie baut man sich die Grammatik selbst auf, wenn man nicht regelmäßig mit Deutschsprechenden spricht?
Ich bin eher der praktische Typ – mit Apps allein werde ich nicht warm. Aber ich möchte nicht komplett im Chaos landen bei Artikel, Kasus und Verbformen. Gibt es eine Struktur, die auch ohne Unterricht funktioniert? Wie macht ihr das, wenn ihr autodidaktisch lernt? Im Sommer hab ich Zeit – vielleicht nutze ich das sinnvoll für einen guten Start.
Danke für ehrliche Erfahrungen!
Lieber Tobias B.,
ich lerne selbst Französisch ohne Kurs und kann aus eigener Erfahrung sagen: Eine gute Grammatik als Nachschlagewerk ist Gold wert. Nicht um sie durchzulesen wie ein Lehrbuch, sondern um gezielt nachzuschlagen, wenn man auf etwas stößt das man nicht versteht.
Was mir hilft ist das sogenannte "Ankerprinzip" – man nimmt sich ein konkretes Thema vor, etwa die Artikel, und sammelt dann Beispielsätze aus echten Texten. Beim Deutschen sind Kasus tatsächlich eine eigene Herausforderung, da sollte man sich nicht zuviel auf einmal zumuten.
Für den Sommer würde ich vorschlagen: Eine solide Grammatik (Duden oder ähnliches), kurze deutsche Texte zum Lesen – vielleicht einfachere Zeitungsartikel – und dabei Notizbuch führen. Das klingt altmodisch, funktioniert aber sehr gut.
Das Schreiben von Hand prägt sich ein, das habe ich auch beim Französischen gemerkt. Viel Erfolg!