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Selbstgespräche auf Türkisch - peinlich oder wirklich hilfreich?

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Ingrid89
Beiträge: 21
Themenstarter
(@ingrid89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#22]

Hallo zusammen,

ih lerne jetzt seit ein paar Monaten Türkisch und komme bei Vokabeln und Grammatik eigentlich ganz gut voran. Das Problem ist das Sprechen. Ich habe leider keinen Sprachpartner gefunden – Tandem hat nicht geklappt, und die paar Türkischsprachigen die ich kenne wohnen zu weit weg für regelmäßige Treffen.

Jetzt ist Sommer, ich habe etwas mehr Freizeit als sonst und möchte die Urlaubszeit nutzen um wirklich in Türkisch reinzukommen – eigentlich auch weil ich im Herbst eine Reise in die Türkei plane. Also wäre es super wenn ich bis dahin zumindest Basisdinge fließender sagen könnte ohne ewig nachzudenken.

Ich hab gelesen dass manche Leute sich selbst laut beschreiben was sie gerade tun (also so eine Art Selbstkommentar auf der Zielsprache) oder Selbstgespräche führen. Klingt ehrlich gesagt etwas seltsam, aber wenn es hilft...

Hat jemand damit Erfahrung? Gibt es noch andere Methoden um das Sprechen zu trainieren wenn man keinen echten Gesprächspartner hat? Ich denke an sowas wie Shadowing, Sprechen mit KI-Chatbots oder vielleicht Hörspiele nachsprechen. Was funktioniert wirklich und was ist eher Zeitverschwendung? Über konkrete Tipps würde ich mich sehr freuen!

LG Ingrid


7 Antworten
Helmut K.
Beiträge: 17
(@cinemapolyglott)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Selbstgespräche sind absolut legitim und ich würde sogar sagen unterschätzt. Ich hab das beim Italienischlernen intensiv gemacht und ähnliches gilt wohl für jede Sprache – das Gehirn übt den Abruf, und genau das ist beim Sprechen der Flaschenhals. Du weißt Vokabeln, aber sie kommen nicht schnell genug raus.

Für Türkisch konkret: Shadowing mit langsam gesprochenem Material ist besonders wertvoll, weil die Aussprache sich stark von europäischen Sprachen unterscheidet. TurkishClass101 hat dafür gutes Audio-Material.

KI-Chatbots (z.B. ChatGPT auf Türkisch stellen) sind auch nicht schlecht, aber ich würde sie eher für Texteingabe nutzen und dann die Antworten laut vorlesen. Das kombiniert Lesen und Sprechen.

Hab übrigens im Thread zur Lernreihenfolge schon erwähnt, dass ich parallel mehrere Sprachen lerne – da ist das Sprechen tatsächlich der Bereich der am meisten leidet wenn man keinen Partner hat. Selbstgespräche helfen da wirklich.


Antwort
Marco K.
Beiträge: 13
(@marco_85)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich lern gerade auch Türkisch und hab mit Selbstgesprächen angefangen – fühlt sich tatsächlich komisch an haha. Aber ich merk schon dass bestimmte Sätze flüssiger kommen als vorher.

Was ich zusätzlich mach: ich schreib kurze Texte auf Türkisch und les die dann laut vor. So kombinier ich beides. Bisschen wie laut denken auf Türkisch.

Shadowing hab ich bei einem Französisch-Thread empfohlen gekriegt und wende das jetzt auch fürs Türkische an. Klappt ganz okay, man braucht aber gutes Audiomaterial in normaler Sprechgeschwindigkeit – nicht zu langsam.

Falls du nebenbei noch nach einer guten Lernressource suchst, ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einer Seite, die Babbel ganz gut ergänzt oder sogar ersetzt. Hat mir beim Vokabelaufbau wirklich geholfen, gerade am Anfang. Tipp: Starte mit kostenlosem Newsletter*


Antwort
Daniel K.
Beiträge: 16
(@d-krueger)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich möchte mal eine etwas andere Perspektive einbringen. Selbstgespräche und Shadowing sind sicher nicht wertlos – aber man sollte sich nichts vormachen: ohne Feedback bleibt man in einer Komfortblase. Man übt, aber ob man sich verständlich ausdrückt erfährt man erst wenn man mit echten Menschen redet.

Für Türkisch speziell ist das relevant weil die Vokalharmonie und Aussprache sehr präzise sind. Wer die falsch einschleift hört das selbst oft nicht.

Mein Vorschlag wäre: Selbstgespräche ja, aber parallel dazu wenigstens gelegentlich eine Sprachstunde bei einem Online-Tutor (iTalki z.B.) um zumindest alle paar Wochen Korrekturen zu bekommen. Das muss ja nicht wöchentlich sein. Gerade wenn man eine Reise plant ist das sinnvoller als monatelang im Monolog zu üben.


Antwort
Sabine K.
Beiträge: 17
(@sabinek)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Aufnahme-Idee von T.Hoffmann76 find ich wirklich gut, das würd ich auch empfehlen.

Ich hab letzten Sommer für einen Kurs überlegt ob sich Geld ausgeben lohnt – und mein Fazit war: für Sprechen speziell ja. Selbst üben hat Grenzen. Aber als Ergänzung zu echten Gesprächen sind Selbstgespräche und Shadowing super. Nicht als Ersatz.

Für Türkisch gibt es übrigens auf YouTube den Kanal "Learn Turkish with Turco" der hat langsam gesprochene Dialoge die sich gut zum Nachsprechen eignen. Ist kostenlos und qualitativ okay für Anfänger.


Antwort
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