Das kenne ich gut – dieses Stocken bei zusammengesetzten Zahlen ist eigentlich bei fast jeder Sprache am Anfang so. Ich hab das beim Portugiesisch-Lernen auch erlebt, dass man die Bausteine kennt, aber unter Druck plötzlich weg sind sie. Was mir geholfen hat: Zahlen nicht als Vokabelliste lernen, sondern aktiv benutzen. Ich hab mir damals zum Beispiel immer beim Einkaufen kurz überlegt, was ein Artikel auf Portugiesisch kosten würde – einfach im Kopf, ohne Notizen. Für Türkisch würde ich das genauso empfehlen: Preisschilder im Alltag auf Türkisch "vorlesen", auch wenn du nur allein bist. Das klingt banal, trainiert aber genau diesen automatischen Abruf. Zum ö-Laut: Der ist für Deutschsprachige eigentlich gar nicht so fremd, weil wir den ja kennen. Aber viele sprechen ihn beim Türkischen zu offen aus. Einfach mal bewusst üben mit "göz" (Auge) oder "söz" (Wort) – kurze Beispielwörter helfen da mehr als reine Zahlenwiederholung.
Ich sehe das ehrlich gesagt ein bisschen anders als die Vorredner. Bis August – also in grob 6-8 Wochen – flüssige Zahlenaussprache für Marktgespräche hinzubekommen ist schon ambitioniert. Nicht unmöglich, aber man sollte die Erwartungen realistisch halten. Ich hab beim Niederländisch-Lernen gemerkt, dass Flüssigkeit bei Zahlen wirklich Zeit braucht, weil das Gehirn die automatisch verarbeiten muss statt bewusst abzurufen. Mein Tipp: Konzentrier dich bis dahin auf die häufigsten Alltagszahlen – Preise von 1 bis 200, Uhrzeiten, Stockwerke im Hotel. Den Rest kannst du zur Not auch auf dem Handy zeigen. Niemand erwartet, dass du Arithmetik auf Türkisch machst. Und für die Aussprache: YouTube-Videos von Muttersprachlern, wo Zahlen langsam und deutlich gesprochen werden, sind da wirklich hilfreich.