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Türkische Zeitformen: Wieviele gibt es und wie fange ich an?

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Helmut K.
Beiträge: 37
Themenstarter
(@helmut_1951)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#34]

Guten Tag zusammen,

ich bin Helmut, 74 Jahre alt, und lerne seit einigen Wochen Türkisch – hauptsächlich weil meine Enkelin seit ein paar Jahren mit einem türkischstämmigen Mann zusammen ist und ich gerne beim nächsten Familientreffen ein paar Sätze sagen möchte. Die Wörter machen mir langsam weniger Mühe, aber jetzt stoße ich auf die Zeitformen und ehrlich gesagt bin ich etwas überfordert.

Beim Deutschen denkt man ja kaum noch darüber nach, wann man welche Zeit benutzt, das sitzt einfach. Beim Türkischen lese ich überall von einem "breiten Gegenwart", einem "Aorist", dann noch einem "narrativen Vergangenheit" und so weiter. Das klingt für mich im ersten Moment wie Fremdwörter aus einem Lehrbuch für Sprachwissenschaftler, nicht für jemanden der einfach nur ein bisschen sprechen möchte.

Meine Frage ist daher: Welche Zeitformen brauche ich als absoluter Anfänger wirklich zuerst? Und gibt es eine vernünftige Reihenfolge, in der man das am besten lernt? Ich habe im Moment viel Zeit, es ist ja Sommer und ich sitze abends gerne mit meinen Unterlagen auf dem Balkon, aber ich möchte nicht stundenlang etwas lernen, was ich als Anfänger noch gar nicht brauche.

Für jeden Hinweis bin ich dankbar. Schöne Grüße, Helmut


1 Antwort
Markus S.
Beiträge: 37
(@vokabelexpress9)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Helmut,

kurze Antwort vorweg: Du brauchst am Anfang eigentlich nur zwei Zeitformen wirklich, alles andere kommt von selbst später.

Erst die einfache Vergangenheit (-di/-dı/-du/-dü Endung, je nach Vokalharmonie) – damit sagst du was passiert ist. Und dann das Präsens mit -iyor, das ist die häufigste Gegenwartsform und klingt auch für Türken am natürlichsten im Gespräch. Mit diesen beiden kommst du schon erstaunlich weit, versprochen.

Den Aorist würde ich erstmal komplett ignorieren. Der hat so eine eigenartige Bedeutung zwischen "ich tue grundsätzlich" und Höflichkeitsfloskeln, das verwirrt am Anfang mehr als es hilft. Und die narrative Vergangenheit (-miş) brauchst du für Geschichten und Hörensagen – schön zu wissen, aber kein Muss für erste Gespräche.

Dein Ansatz mit dem abendlichen Lernen auf dem Balkon klingt übrigens sehr entspannt und vernünftig. Ich hab früher bei App-Tests gemerkt (ich schreib da manchmal drüber, z.B. im App-Jungle-Thread), dass viele Apps genau diesen Fehler machen – sie schmeißen einem zu früh zu viel Grammatik hin. Nimm dir Zeit, die -iyor-Form erstmal richtig zu verinnerlichen, dann ist der Rest viel leichter.


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