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Spanisch lernen ohne Grammatikbuch - geht das wirklich?

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Maximilian B.
Beiträge: 18
Themenstarter
(@cinemax_1974)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#36]

Hallo zusammen,

ichmals eine vielleicht naive Frage von mir, aber ich frage lieber einmal zu viel als zu wenig.

Ich habe mir diesen Sommer vorgenommen, endlich ernsthaft Spanisch zu lernen. Den Anstoß gab eigentlich der Urlaub, den wir für September nach Mallorca geplant haben - da möchte ich wenigstens ein bisschen über das Touristenminimum hinauskommen. Jetzt ist Mitte Juni und es ist draußen so heiß, dass ich ohnehin nicht viel rausgehe, also eigentlich perfekte Bedingungen für ein Sommerprojekt am Schreibtisch.

Das Problem: Ich habe schon früher versucht, Sprachen mit klassischen Grammatikbüchern zu lernen, und es hat mich jedes Mal nach wenigen Wochen frustriert. Dieses trockene Durcharbeiten von Regelseiten liegt mir einfach nicht. Ich lerne lieber durch Hören, Schauen, irgendwie durch Eintauchen - ob das Podcasts sind, Serien, Gespräche oder was auch immer.

Jetzt lese ich überall unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, ohne Grammatikbasis kommt man nie wirklich weiter und baut sich nur falsche Muster an. Die anderen schwören auf Input-Methoden und sagen, man braucht keine explizite Grammatik, die kommt von alleine.

Was sind eure Erfahrungen? Hat jemand von euch tatsächlich ohne Grammatikbuch brauchbare Ergebnisse erreicht? Oder ist das am Ende doch nur etwas für besonders talentierte Sprachenlerner? Ich bin kein schlechter Lerner generell, aber klassische Lehrbücher sind halt wirklich nicht meins.

Freue mich über ehrliche Einschätzungen!

CineMax_1974


2 Antworten
Thomas H.
Beiträge: 32
(@thomashoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich seh das etwas anders als B.Hartmann, nicht grundsätzlich, aber ich würde noch stärker betonen: Es kommt viel darauf an, was dein Ziel ist.

Ich hab selbst lange damit gerungen, die richtige Methode zu finden - hab da auch schon anderswo drüber geschrieben. Für Urlaubsspanisch auf Mallorca im September brauchst du ehrlich gesagt kein systematisches Sprachverständnis. Da reichen Muster, Floskeln, ein paar hundert Wörter. Das geht komplett ohne Grammatikbuch.

Wo es hakt: Wenn du danach irgendwann wirklich Gespräche führen oder Texte lesen willst, dann bauen sich ohne jede Grammatikgrundlage manchmal Fehler ein, die man später nur schwer wieder loswird. Nicht immer, aber es passiert.

Mein ehrlicher Rat für dein Sommerprojekt: Fang ohne Buch an, mach das durch Hören und Sprechen, und wenn du nach ein paar Wochen merkst dass du an bestimmten Stellen immer wieder stolperst - dann hol dir zu dem einen Punkt gezielt Erklärungen. Das müssen keine 50 Seiten sein, manchmal reicht ein 5-Minuten-Video. Musst du nicht alles upfront lernen.

Falls du eine Alternative zu Babbel suchst, schau dir mal sprachenlernen24.de an – ich hab da gute Erfahrungen gemacht, besonders wenn man eher intuitiv lernen möchte als mit trockener Grammatik. Hat mir persönlich mehr gebracht als die üblichen Apps. Tipp: Starte mit kostenlosem Newsletter*


Antwort
Birgit H.
Beiträge: 10
(@b-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurzantwort: Ja, es geht - aber mit Einschränkungen, die ich für wichtig halte.

Ich hab mich mit dem Thema Grammatik vs. Input bei anderen Sprachen schon intensiver beschäftigt, unter anderem auch im Niederländisch-Bereich (ich hab dazu mal im Niederländisch-Grammatik-Thread geschrieben). Das Prinzip ist bei romanischen Sprachen ähnlich.

Die reine Input-Methode funktioniert nachweislich, aber sie ist langsamer am Anfang. Was viele unterschätzen: Auch ohne Grammatikbuch braucht man eine Art Grundgerüst. Das kann aber auch ein simples Cheatsheet sein - eine Seite mit den häufigsten Verbformen, die Grundstruktur von Sätzen. Kein 300-Seiten-Lehrbuch.

Für dein Ziel bis September würde ich folgendes vorschlagen: Nimm dir eine App für die Basisvokabeln, kombiniere das mit Podcasts für Anfänger (Coffee Break Spanish ist solide), und schau dir parallel gelegentlich kurze Erklärvideos auf YouTube an wenn du merkst, dass du etwas nicht verstehst. Das ist kein Grammatikbuch, gibt dir aber die Struktur, ohne dass du seitenweise Regeln pauken musst.

Das schafft man in drei Monaten für Urlaubsspanisch durchaus - wenn man konsequent bleibt.


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