Also ich sag's mal so aus meiner Erfahrung: Ich hab mich damals für Spanisch entschieden und bin damit gut gefahren. Aber ich will ehrlich sein – wenn ich heute nochmal entscheiden würde und Brasilien das Ziel wäre, würde ich wahrscheinlich direkt Portugiesisch nehmen.
Das Problem bei Spanisch zuerst: Man gewöhnt sich sehr schnell an bestimmte Klänge und grammatikalische Muster. Wenn man dann Portugiesisch anfängt, kämpft man ständig gegen diese Gewohnheiten. Ich kenn Leute, die das jahrelang verwirrt hat.
Andererseits, und das ist mein Gegenargument: Spanisch ist weltweit deutlich weiter verbreitet. Wenn du in Südamerika reist und nicht nur Brasilien ansteuerst, kommst du mit Spanisch in deutlich mehr Länder klar. Das ist ein praktischer Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.
Ich hab übrigens im Thread zur Demotivation geschrieben (Nach 6 Wochen lernen komplett demotiviert) dass der Anfang immer der schwerste ist – egal welche Sprache. Also such dir eine aus und zieh sie durch. Wechseln kannst du später immer noch.
Direkt Portugiesisch, keine Diskussion. Ich hab das selbst so gemacht und es funktioniert prima. Wer bei null anfängt, hat noch keine schlechten Gewohnheiten aus einer anderen romanischen Sprache – das ist tatsächlich ein Vorteil.
Natürlich macht man am Anfang mehr Fehler, weil man kein Spanisch als Krücke hat. Aber dafür baut man Portugiesisch sauber auf. Das Gehirn lernt das Sprachgefühl direkt, ohne Umweg.
Was ich aus dem Thread über Grammatik vs. sofort loslegen mitgenommen habe (Grammatik büffeln oder sofort loslegen): Gerade bei Portugiesisch lohnt es sich, die Basics der Grammatik kurz zu verstehen, bevor man wild drauflospricht. Die Nasallaute und Verbformen sind schon eigen. Aber dann: rein in die Sprache, kein Zögern.
Südamerika als Ziel ist übrigens super Motivation. Brasilien alleine ist riesig, da hat man jahrelang Reiseziele.