Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mich beruflich neu zu orientieren und möchte dabei auch sprachlich nachlegen. Nach einer langen Pause – ich sage mal grob 15 Jahre, in denen ich kaum aktiv gelernt habe – will ich jetzt Dänisch als eine von zwei nordischen Sprachen ernsthaft angehen. Niederländisch kommt dann irgendwann danach.
Jetzt zu meiner Frage: Ich habe gelesen, dass Filme und Serien fürs Sprachenlernen sehr effektiv sein können. Aber ich bin wirklich noch ganz am Anfang. Ich verstehe kein einziges dänisches Wort – außer vielleicht 'hej'. Macht es da überhaupt Sinn, direkt mit Originalmaterial anzufangen? Oder sollte ich erst ein gewisses Grundvokabular aufbauen, bevor ich mir zum Beispiel Borgen oder Broen anschaue?
Ich habe im Sommer etwas mehr Zeit als sonst und würde das gerne nutzen. Aber ich will nicht einfach wahllos drauflosschauen und nichts davon mitnehmen. Gibt es eine sinnvolle Reihenfolge oder Methode, wie man als absoluter Einsteiger Serien wirklich zum Lernen nutzen kann? Untertitel auf Deutsch, Englisch oder Dänisch – was empfehlt ihr für den Start?
Freue mich über jede praktische Erfahrung!
Viele Grüße,
Wolfram
Ich bin zwar kein Dänisch-Lerner, aber die Frage kenne ich aus einer anderen Ecke – ich hab mich mal gefragt, ob Serien für Französisch was bringen. Kurze Antwort: Ohne Grundwortschatz ist reines Zuschauen meiner Erfahrung nach ziemlich frustrierend. Man versteht nichts, schaltet innerlich ab und am Ende ist es einfach Fernsehen. Ich würde dir empfehlen, erstmal ein paar Wochen Grundvokabular aufzubauen – sagen wir 300-400 Wörter – und dann erst mit einfachen Serien einzusteigen. Dänische Untertitel von Anfang an ist meiner Meinung nach zu ambitionös für einen echten Nullanfänger. Deutsch erstmal, dann wechseln wenn's flüssiger wird. Ob das bei Dänisch genauso gilt wie bei romanischen Sprachen, weiß ich nicht – aber das Prinzip sollte ähnlich sein.
Marco hat das gut erklärt, ich würd das so unterschreiben. Ich lern selbst seit einer Weile Dänisch und kann sagen: DR Ramasjang (das ist der Kinderkanal) war für mich am Anfang wertvoller als jede Erwachsenenserie – langsameres Sprechen, einfacherer Wortschatz, und man fühlt sich nicht dauernd verloren. Borgen kommt dann schon, keine Sorge 🙂
Was den Unteittel-Typ angeht: ich hab mit deutschen Untertiteln angefangen, dann dänischen. Der Wechsel hat bei mir ein paar Monate gedauert, aber der Moment wo man merkt dass man erste Wortfetzen erkennt ist wirklich motivierend. Viel Erfolg für deinen Sommer-Start!
Also ich kenn das Thema sehr gut – hab mir bei mehreren Sprachen angeschaut, was wirklich funktioniert vs. was sich nur produktiv anfühlt.
Mit Serien direkt als Nullanfänger starten klappt eigentlich nie so richtig, auch wenn das viele Leute empfehlen. Das Problem ist: Dänisch klingt extrem anders als es geschrieben wird. Selbst mit deutschen Untertiteln kriegst du als Anfänger keine Verbindung zwischen dem gesprochenen Wort und dem Text hin – die Laute sind zu fremd.
Mein Tipp: Parallel vorgehen. Zwei bis drei Wochen solide Grundlagen (Ausspracheregeln, 200-300 Alltagswörter, einfache Satzstruktur), und dann Serien dazu nehmen – aber gerne schon früh. Nicht als Hauptlernmethode, sondern als Ergänzung. Für Dänisch finde ich Kinderprogramme vom dänischen Rundfunk (DR) ehrlich gesagt besser zum Einstieg als Borgen. Borgen ist super Fernsehen, aber sprachlich komplex und sehr dialogdicht.
Für Einsteiger aus dem deutschsprachigen Raum: Ihr habt einen Vorteil bei Vokabular, aber die Aussprache bleibt lange ein Rätsel. Das sollte man nicht unterschätzen.