Guten Tag an alle hier im Forum,
ichdem ich mich seit meiner Pensionierung intensiver mit Sprache und Literatur beschäftige – hauptsächlich auf Französisch, wobei Proust mich schon so manche Nacht wach gehalten hat –, verspüre ich nun eine gewisse Neugier auf das Dänische. Ein Freund hat mir kürzlich eine Übersetzung von Kierkegaard nahegebracht, und ich muss gestehen, dass mich der Gedanke reizt, irgendwann das Original zu lesen.
Nun bin ich kein junger Mann mehr, und ich frage mich, ob meine Erfahrung mit dem Sprachenlernen – Französisch habe ich einst in der Schule gelernt und dann jahrzehntelang gepflegt – mir beim Dänischen hilft oder ob das eine völlig andere Angelegenheit ist.
Konkret würde mich interessieren: Wie viel Zeit investiert man realistischerweise, bevor man erste literarische oder philosophische Texte zumindest annähernd verstehen kann? Ich denke nicht an Konversation für Urlaubszwecke, sondern eher an ein tieferes Textverständnis. Ich habe täglich etwa eine bis anderthalb Stunden zur Verfügung und bin durchaus bereit, methodisch vorzugehen.
Ist das für jemanden in meiner Situation überhaupt ein erreichbares Ziel, sagen wir innerhalb von ein bis zwei Jahren? Ich wäre dankbar für ehrliche Einschätzungen, gerne auch skeptische. Im Sommer habe ich ohnehin etwas mehr Zeit.
Mit freundlichem Gruß,
Werner K.
Hallo Werner,
spannende Frage! Ich lerne zwar gerade Spanisch und bin da noch ziemlich am Anfang, aber ich hab mich tatsächlich auch schon ein bisschen mit skandinavischen Sprachen beschäftigt – ich hatte mal einen Thread zu Schwedisch, Schwedisch selbst lernen ohne Kurs – geht das realistisch?, der war ganz aufschlussreich.
Was ich da mitgenommen hab: Für Deutsche gilt Dänisch offiziell als vergleichsweise leichte Sprache, weil die Grammatik nicht so komplex ist wie z.B. bei slawischen Sprachen. Für literarisches Verständnis brauchst du aber natürlich mehr als für Alltagskonversation, das ist klar.
Ich glaub ehrlich gesagt, dass dein Ziel mit ein bis zwei Jahren durchaus realistisch ist, wenn du wirklich täglich dran bleibst – gerade weil du ja schon Erfahrung hast, wie man Sprachen lernt. Das ist ein riesiger Vorteil den viele unterschätzen! Die Aussprache beim Dänischen ist wohl das härteste, aber fürs Lesen von Texten spielt die ja erst mal eine kleinere Rolle.
Viel Erfolg, find ich super dass man auch im Ruhestand noch so ehrgezige Projekte anghet 😊