Dänisches 'ø' – wie...
 
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Dänisches 'ø' – wie trainiert man diesen Laut überhaupt?

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Klaus F.
Beiträge: 3
Themenstarter
(@wandererprofi55)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#32]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit ein paar Wochen Dänisch, weil ich im Sommer für eine längere Wanderung durch Jütland plane – schon lange ein Traum von mir. Die Vorbereitungen laufen gut, aber bei der Aussprache stoße ich immer wieder auf ein Problem: dieses 'ø'.

Ich habe mir schon verschiedene Videos angeschaut und auch ein paar Audiodateien gehört, aber ich komme einfach nicht dahinter, wie man diesen Laut korrekt produziert. Ich weiß theoretisch, dass es irgendwo zwischen unserem deutschen 'ö' und etwas anderem liegt – aber was genau dieses 'andere' ist, erschließt sich mir nicht. Wenn ich es versuche, klingt es entweder wie ein ganz normales deutsches 'ö' oder ich übertreibe so sehr, dass es komisch wird.

Was mich besonders interessiert: Ist das 'ø' tatsächlich anders als unser deutsches 'ö', oder bilde ich mir das nur ein? Und wenn ja, wie hat man das bei euch geklappt – gibt es Übungen, Tricks, oder bestimmte Worte, an denen man das gut üben kann? Brauche ich dafür wirklich einen Muttersprachler zum Üben, oder kann man das auch alleine hinbekommen?

Für jeden Hinweis dankbar – ich möchte wenigstens grundlegende Wörter verständlich aussprechen können, wenn ich im August dort unterwegs bin.

Viele Grüße,
WandererProfi55


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6 Antworten
Sabine W.
Beiträge: 12
(@s-weber27)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich hab das auch eine Weile versucht mit Apps und so, aber ehrlich gesagt hat mir da keins wirklich geholfen den Unterschied zu hören. Ich hab damals nach monatelangem Duolingo gemerkt, dass mir sowas fehlt (hab das auch mal in einem anderen Thread angesprochen).

Für das 'ø' hat mir am meisten geholfen, mir Hörbeispiele von echten Wörtern zu suchen und die dann laut nachzumachen – wirklich laut, nicht nur innerlich. Das klingt vielleicht albern, aber man bekommt so ein Gefühl dafür wo der Laut im Mund sitzt. Forvo.com ist da super, da sprechen Muttersprachler einzelne Wörter ein und man kann sie beliebig oft anhören.

Und: Ich glaub du bildest dir den Unterschied zu Deutsch-'ö' nicht ein. Der ist real, auch wenn er auf dem Papier klein wirkt. Ob das für eine Wanderung im Sommer wirklich kritisch ist, weiß ich nicht – für einfache Kommunikation verzeihen Dänen das meistens.


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Marcel K.
Beiträge: 34
(@vocabmaster34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, das beschäftigt eigentlich fast jeden am Anfang. Ich hab mich damals selbst gefragt, ob ich ein Grammatik- oder Praxis-Mensch bin (den Thread dazu hab ich hier irgendwann mal gepostet: Lerntyp bestimmen - bin ich eher der Grammatik- oder Praxis-Mensch?) – und beim 'ø' würde ich sagen: Praxis schlägt Theorie hier eindeutig.

Das dänische 'ø' ist tatsächlich etwas anders als unser deutsches 'ö', auch wenn der Unterschied klein klingt. Das 'ø' wird mit leicht nach vorne gewölbten Lippen und einem etwas tieferen Ansatz gebildet – das deutsche 'ö' sitzt ein bisschen weiter hinten im Mund. Der Unterschied ist subtil, aber Dänen hören ihn sofort.

Mein Tipp: Suche auf YouTube nach 'dansk udtale ø' – da gibt es dänische Lehrer, die das wirklich gut erklären, oft besser als deutschsprachige Materialien. Und dann übe mit konkreten Wörtern wie 'grøn' (grün) oder 'øl' (Bier). Gerade 'øl' eignet sich super, weil es kurz ist und man sich gut auf den Laut konzentrieren kann. Alleine geht das durchaus, aber nimm dir einfach täglich fünf Minuten dafür – reines Wiederholen bringt mehr als stundenlange Theorie.


Antwort
Timo K.
Beiträge: 21
(@timok92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Da muss ich VocabMaster34 leicht widersprechen – ich finde, der Unterschied zwischen dänischem 'ø' und deutschem 'ö' ist für Deutschsprachige eigentlich kleiner als oft behauptet wird. Wir haben das 'ö' ja schon drauf, und das dänische 'ø' ist phonetisch näher dran als z.B. die englischen Vokale, mit denen viele kämpfen.

Das eigentliche Problem beim Dänischen ist meistens was anderes: Der Stød (so eine Art Knacklaut/Glottalisierung) und die weichen Konsonanten drumherum verfälschen das Hörerlebnis so stark, dass man das 'ø' isoliert gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Wenn du dir Wörter mit 'ø' anhörst, hörst du eigentlich ein Gesamtpaket aus Vokal + dänischer Prosodie, und das klingt dann fremd – nicht unbedingt wegen des 'ø' allein.

Mein Rat: Hör dir das Wort 'grøn' auf Forvo an, sprich es nach, und frag dich ob dein Laut irgendwie danebenliegt. Wahrscheinlich bist du näher dran als du denkst.

Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einem strukturierten Kurs, der auch die Aussprache systematisch aufbaut – manchmal hilft es einfach, das Ganze von Anfang an nochmal geordnet durchzugehen, statt nur einzelne Laute zu üben. Schau mal hier rein, vielleicht hilft dir das weiter: Dänisch Sprachkurs testen


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 34
(@klaush)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich sehe das pragmatisch: Für einen Wanderurlaub in Jütland braucht man keine perfekte Aussprache. Die Dänen dort sind es gewohnt, mit deutschsprachigen Touristen zu kommunizieren, und verstehen auch ein deutsches 'ö' problemlos.

Das heißt nicht, dass Üben falsch ist – im Gegenteil. Aber ich würde den Aufwand realistisch einschätzen. Wenn der Urlaub in sechs Wochen losgeht, würde ich nicht allzu viel Zeit in Phonetik-Details investieren, sondern eher in Alltagsvokabular und einfache Sätze. Das bringt praktisch mehr.

Zum 'ø' selbst: Ich hab damals gemerkt, dass Hören und Nachsprechen über Wochen einfach funktioniert, ohne dass man groß analysieren muss. Dem Kopf einfach Zeit geben.


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