Hallo zusammen,
ich bin gerade beim Englisch- und Portugiesisch-Lernen und stoße auf ein Problem, das mich nicht loslässt: Ich lerne Vokabeln, wiederhole sie nach dem Spaced-Repetition-Schema – und trotzdem sind sie nach ein bis zwei Wochen wieder weg. Das frustriert mich, weil überall behauptet wird, dass diese Methode "wissenschaftlich bewiesen" effektiv sein soll.
Meine Frage: Ist Spaced Repetition wirklich so wirksam, oder funktioniert die Methode nur unter bestimmten Bedingungen? Ich frage nicht nach einer Marketing-Antwort, sondern nach ehrlichen Erfahrungen – gibt es Studien, die zeigen, warum das bei mir nicht funktioniert? Oder mache ich grundsätzlich etwas falsch?
Ich lerne derzeit mit Anki und versuche, täglich etwa 30 Minuten zu investieren. Aber irgendwie bleibt nichts hängen. Könnte es daran liegen, dass ich die Vokabeln zu isoliert lerne – also nur als Wort-Paar ohne Kontext? Oder ist der Sommer und die Hitze einfach ein blöder Zeitpunkt zum Lernen?
Freue mich auf konstruktive Antworten statt Standardratschläge.
Hallo Rainer,
ein sehr gutes Beobachtungserlebnis! Ich habe inzwischen auch beim Spanischen und jetzt beim Portugiesisch gemerkt, dass isolierte Vokabeln tatsächlich schneller vergessen werden. Das hat wenig mit Spaced Repetition zu tun – die Methode funktioniert, aber nur wenn der Kontext stimmt.
Bei mir war der Durchbruch, als ich angefangen habe, die Vokabeln in Sätzen zu lernen, nicht nur als Kartchen. Im Sommer habe ich besonders gerne draußen gelernt und mir dabei vorgestellt, wie ich die Wörter in echten Situationen verwende. Das klingt esoterisch, aber neurobiologisch macht es Sinn: Das Gehirn speichert Informationen besser ab, wenn mehrere Sinne und Kontexte involviert sind.
Meine Empfehlung: Nutze Anki weiter, aber ergänze jedes Kartchen mit einem kurzen Beispielsatz statt nur der Übersetzung. Viel Erfolg dabei!