Hallo zusammen,
ichb habe vor ein paar Wochen angefangen, Schwedisch zu lernen, und benutze dafür selbstgemachte Karteikarten. Auf einer Seite steht das schwedische Wort, auf der anderen die deutsche Übersetzung. Soweit so gut.
Mein Problem: Ich weiß nicht wirklich, wie ich das sinnvoll organisieren soll. Im Moment schreibe ich einfach drauflos was mir begegnet, und dann sitze ich abends mit einem riesigen Stapel da und weiß nicht wo ich anfangen soll. Gestern waren es fast 60 neue Karten, die ich "lernen" wollte – das war eindeutig zu viel, danach hatte ich kaum noch etwas im Kopf.
Wie macht ihr das? Wie viele neue Vokabeln pro Tag sind realistisch als Anfänger? Und wiederholt ihr alte Karten täglich, oder nur wenn ihr Zeit habt?
Außerdem frage ich mich, ob es besser ist, einzelne Wörter auf die Karten zu schreiben oder lieber kleine Beispielsätze. Ich habe gelesen, dass Kontext hilft, aber dann werden die Karten schnell sehr unübersichtlich.
Wir haben gerade Sommerferien und ich hätte eigentlich Zeit zum Lernen, aber bei der Hitze fällt mir die Konzentration sowieso schwer. Vielleicht ist weniger doch mehr?
Freue mich über jeden Tipp, egal ob mit physischen Karten oder einer App. Danke schon mal!
Claudi
Ich sehe das ähnlich wie MikeHartmann, aber möchte noch einen Punkt ergänzen: Viele Anfänger machen den Fehler, Vokabeln ohne Zusammenhang zu pauken. Ich habe das früher auch so gemacht und war danach immer frustriert, wenn ich die Wörter im echten Kontext nicht abrufen konnte.
Habe mich zu dem Thema Struktur vs. einfach drauflos auch schon mal ausführlich geäußert, das gilt genauso fürs Vokabellernen: Strukturiertes Lernen oder einfach drauflos - was ist bei Englisch effektiver?
Mein konkreter Tipp für Karteikarten: Organisiere sie nach Themenfeldern. Also ein Stapel für Zuhause, einer für Essen, einer für Reisen usw. So lernst du Wörter, die inhaltlich zusammengehören, und das Gehirn kann die Verbindungen leichter knüpfen. Ich habe das seinerzeit beim Englischlernen so gemacht und fand es deutlich effektiver als alphabetische oder zufällige Reihenfolgen.
Zur Wiederholung: Jeden Tag kurz, auch wenn es nur 10 Minuten sind. Lieber täglich als einmal wöchentlich zwei Stunden. Das ist kein Geheimnis, aber viele halten es nicht durch.
Also ich nutz seit Jahren Anki für genau sowas und kann das für Schwedisch nur empfehlen. Das Programm erledigt das ganze Wiederholungsmanagement automatisch mit einem Spaced-Repetition-Algorithmus – du musst dir also keine Gedanken machen wann du welche Karte nochmal anschaust, das berechnet die App selbst anhand wie gut du die Karte kanntest.
Zu deiner eigentlichen Frage: 10-20 neue Karten täglich ist ein solider Richtwert für Anfänger. Mehr schadet nicht dem Lernen an sich, aber die Wiederholungslast baut sich dann schnell auf und irgendwann sitzt man täglich eine Stunde nur mit Reviews – das ist demotivierend. Kenn das Problem aus dem Italienisch-Thread hier sehr gut, Motivation zu halten ist der eigentliche Knackpunkt.
Beide Varianten – Einzelwort oder Satz – funktionieren, aber ich würde mindestens das Genus mitlernen. Also nicht einfach 'hus' sondern 'ett hus'. Das nervt am Anfang aber spart später echten Aufwand.
Physische Karten haben übrigens auch einen Vorteil: Du schreibst die Wörter per Hand, und das allein verbessert schon die Gedächtnisleistung. Kein Witz, da gibt es Studien dazu.
Also ich nutz seit Jahren Anki für genau sowas und kann das für Schwedisch nur empfehlen. Das Programm erledigt das ganze Wiederholungsmanagement automatisch mit einem Spaced-Repetition-Algorithmus – du musst dir also keine Gedanken machen wann du welche Karte nochmal anschaust, das berechnet die App selbst anhand wie gut du die Karte kanntest.
Zu deiner eigentlichen Frage: 10-20 neue Karten täglich ist ein solider Richtwert für Anfänger. Mehr schadet nicht dem Lernen an sich, aber die Wiederholungslast baut sich dann schnell auf und irgendwann sitzt man täglich eine Stunde nur mit Reviews – das ist demotivierend. Kenn das Problem aus dem Italienisch-Thread hier sehr gut, Motivation zu halten ist der eigentliche Knackpunkt.
Beide Varianten – Einzelwort oder Satz – funktionieren, aber ich würde mindestens das Genus mitlernen. Also nicht einfach 'hus' sondern 'ett hus'. Das nervt am Anfang aber spart später echten Aufwand.
Physische Karten haben übrigens auch einen Vorteil: Du schreibst die Wörter per Hand, und das allein verbessert schon die Gedächtnisleistung. Kein Witz, da gibt es Studien dazu.
Hi Claudia,
60 Karten auf einmal ist definitiv zu viel, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich hab mal beim Französischlernen ähnliches durchgemacht – irgendwann läuft alles zusammen und nichts bleibt hängen. Ich hab dazu übrigens auch mal was im Thread 30 Minuten täglich wirklich genug für Französisch-Grundlagen? geschrieben, da ging es zwar um Französisch, aber das Prinzip ist dasselbe.
Für Anfänger würde ich sagen: 10 bis maximal 15 neue Wörter pro Tag sind völlig ausreichend. Wichtiger ist die Wiederholung. Alte Karten MÜSSEN regelmäßig wiederholt werden, sonst bringt das ganze Stapeln nichts. Das klassische Lernkartei-Prinzip mit 5 Fächern funktioniert dabei wirklich gut – Wörter die du nicht kennst, kommen zurück in Fach 1, Wörter die du kennst wandern weiter vor.
Zur Frage Einzelwörter vs. Sätze: Ich würde das Wort plus ein kurzes Beispiel kombinieren, also z.B. "huset – das Haus / Huset är stort." Das ist übersichtlich und gibt trotzdem Kontext.
Und ja, bei 35 Grad Lernen ist anstrengend. Mach lieber zwei kurze Einheiten à 20 Minuten als eine lange.