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Aussprache von 'ão' und 'lh' – wie geht das eigentlich?

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Bernd H.
Beiträge: 23
Themenstarter
(@bernd-hofmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#32]

Hallo zusammen,

ich lerne seit ein paar Wochen Portugiesisch und habe mir das als Sommerprojekt vorgenommen – wir fahren im August nach Lissabon und ich möchte wenigstens die Grundlagen hinbekommen, bevor es losgeht.

Mein größtes Problem im Moment: diese beiden Laute, die ich einfach nicht in den Griff kriege. Erstens das 'ão' am Wortende, wie in 'não' oder 'irmão'. Ich weiß, dass es irgendwie nasal klingen soll, aber wenn ich es ausspreche, klingt es entweder wie ein einfaches 'an' oder wie 'aum' – beides scheint falsch zu sein. Ich habe mehrere YouTube-Videos dazu geschaut, aber die erklären das immer sehr unterschiedlich, das verwirrt mich eher noch mehr.

Zweitens das 'lh', zum Beispiel in 'filho' oder 'trabalho'. Ist das wirklich wie das italienische 'gli'? Ich habe ein bisschen Italienisch gelernt, aber ich bin nicht sicher ob der Vergleich wirklich passt oder ob ich da auf dem falschen Weg bin.

Gibt es irgendwelche Tricks oder Übungen, mit denen ihr diese Laute gelernt habt? Am liebsten wäre mir etwas, das ich auch ohne Tandem-Partner üben kann, weil ich im Moment kaum Zeit habe für regelmäßige Gespräche. Für jeden Hinweis bin ich dankbar!

Viele Grüße
Bernd


3 Antworten
Daniel K.
Beiträge: 16
(@d-krueger)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Bernd,

beide Laute sind tatsächlich knifflig, aber erlernbar. Ich habe selbst gerade Deutsch intensiv geübt – beim ü-Aussprechen hatte ich ähnliche Probleme, das Prinzip ist aber vergleichbar: Man muss Mundstellung und Resonanzraum bewusst steuern, das geht nicht einfach so intuitiv.

Zum 'ão': Das ist kein einfacher Nasal wie im Deutschen. Du sprichst ein offenes 'a', lässt Luft durch die Nase mitströmen und lässt den Laut dann mit einem leichten 'ng'-ähnlichen Abschluss ausklingen. Nicht 'aum' und nicht 'an' – eher wie ein nasales 'ãw'. Das klingt auf Anhieb seltsam, aber wenn du 'não' langsam in Silben zerlegst und dabei wirklich auf den Nasenraum achtest, kommst du da hin.

Zum 'lh': Der Vergleich mit dem italienischen 'gli' ist tatsächlich ziemlich gut, würde ich sagen. Es ist ein palataler Lateral – die Zunge berührt den Gaumen weiter vorne als beim normalen 'l'. Wenn du kein Italienisch hast, kannst du es auch so probieren: Sag 'million' auf Englisch, und achte auf das 'll' in der Mitte. Das ist nicht identisch, aber nah dran.

Tipp für solo-Übung: Wörter wie 'filho' und 'trabalho' einfach mehrfach laut wiederholen und mit einer Aufnahme-App die eigene Aussprache mit Muttersprachlern auf Forvo oder YouTube vergleichen. Das hilft mehr als nur zuhören.


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 17
(@linguaexpress34)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das 'lh' ist eigentlich einfacher als viele denken: einfach 'lj' sagen und dabei die Zunge flach gegen den Gaumen drücken. Nach ein paar Tagen sitzt das. Das 'ão' braucht länger, da hilft wirklich nur viel hören.

Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einer Seite, die die Aussprache wirklich Schritt für Schritt erklärt – mit Audiobeispielen, die den Unterschied zwischen europäischem und brasilianischem Portugiesisch zeigen. Hat mir damals sehr geholfen, die Nasallaute endlich zu "hören". Portugiesisch Sprachkurs testen


Antwort
Markus T.
Beiträge: 31
(@markus48)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich seh das ein bissl anders als D.Krueger oben – der Vergleich mit 'million' klingt zwar logisch, aber für Deutschsprachige ist der oft zu abstrakt, weil wir das englische 'million' selbst nicht sauber aussprechen.

Mein Tipp: Schau dir speifisch Videos von brasilianischen Aussprachekursen auf YouTube an, die sind oft didaktisch besser aufbereitet als europäisch-portugiesische. Suche nach 'pronúncia lh português' oder 'como pronunciar ão'. Die zeigen oft mit Munddiagrammen wie die Zunge liegt, das hat mir damals viel mehr gebracht als reine Erklärungen.

Ich hab selbst spät mit Sprachen angefangen und weiß wie frustrierend das am Anfang ist – ich hatte mal in einem anderen Thread gefragt ob das mit 45 noch Sinn macht: Mit 45 Jahren und null Englisch - ist es überhaupt noch möglich anzufangen? – die Antworten dort waren sehr motivierend. Für Aussprache gilt: regelmäßig, auch wenn nur 10 Minuten täglich, lieber das als einmal wöchentlich eine Stunde.


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