Hallo zusammen,
ich lerne jetzt seit ungefähr zwei Monaten Norwegisch und stecke gerade bei den Zahlen und Uhrzeiten fest. Ich verstehe die Grundprinzipien so halbwegs, aber sobald es in echten Situationen schnell gehen muss, hake ich komplett. Zum Beispiel: Wenn ich norwegische Podcasts höre und jemand eine Uhrzeit nennt, ist die schon längst vorbei, bevor ich sie kapiert habe.
Besonders verwirrend finde ich die Uhrzeit-Konstruktionen wie 'kvart på tre' oder 'halv to' – das 'halv' meint ja halb VOR der vollen Stunde, also 13:30 ist 'halv to' (halb zwei), nicht 'halv en'. Das ist für mich als Deutschen total kontraintuitiv, obwohl ich weiß, dass es auf Deutsch eigentlich ähnlich ist... trotzdem macht es mein Gehirn nicht mit.
Ich plane diesen Sommer einen Kurztrip nach Norwegen – wir wollen im Juli in die Fjordregion, also wäre es praktisch, wenn ich wenigstens Uhrzeiten und einfache Zahlen für Zugtickets, Fährzeiten usw. verstehen könnte.
Hat jemand konkrete Tipps, wie man diese Sachen wirklich 'automatisiert'? Also nicht nur auswendig lernen, sondern wirklich so, dass es sitzt. Lernkarten, bestimmte Übungen, irgendwelche Routinen? Was hat bei euch geholfen?
Danke schon mal!
Hey Stefan, ich kenn das Gefühl – bei mir war das mit den Uhrzeiten im Englischen ähnlich zäh, bis ich gemerkt hab dass reines Auswendiglernen echt nicht reicht. Ich hab damals in einem anderen Thread schon geschrieben dass man die Strukturen im Kopf verankern muss, nicht einzelne Wörter.
Für norwegische Uhrzeiten hat mir konkret geholfen: jeden Morgen einfach auf die Uhr schauen und die Zeit laut auf Norwegisch sagen. Klingt banal, aber nach zwei Wochen läuft das fast automatisch. Gerade 'halv'-Konstruktionen – einfach täglich üben bis das Gehirn aufhört zu rechnen.
Für Zahlen würd ich Anki empfehlen, mit Audio wenn möglich. Zahlen hören ist nochmal was anderes als lesen.
Ich lern gerade auch ein bisschen Norwegisch für nen Urlaub im Spätsommer und hab exakt dasselbe Problem mit dem 'halv' gehabt!
Was mir wirklich geholfen hat: ich hab mir ne kleine Tabelle gemacht mit allen möglichen Uhrzeiten von 1:00 bis 12:00 in 15-Minuten-Schritten, also 'kvart over', 'halv', 'kvart på' und volle Stunde – das waren dann 48 Karten in Anki. Jeden Abend kurz durchgeklickt, nach zehn Tagen hatte ich das drauf.
Für Zahlen hab ich einfach alles was ich so im Alltag mache auf Norwegisch mitgezählt, Stufen beim Treppensteigen, Autos an der Ampel warten, sowas. Klingt komisch aber funktioniert erstaunlich gut. Viel Spaß im Juli in den Fjorden, da war ich vor zwei Jamhren, absolut traumhaft!
Falls du noch eine günstigere Alternative zu Babbel suchst, schau dir mal sprachenlernen24.de an – ich hab da gute Erfahrungen gemacht, besonders für den Einstieg ins Norwegische. Die erklären auch Alltagssituationen wie Uhrzeiten ganz solide. Tipp: Starte mit kostenlosem Newsletter*
Das 'halv'-System ist tatsächlich ein klassischer kognitiver Interferenzpunkt für deutschsprachige Lerner, auch wenn es strukturell dem Deutschen eigentlich sehr ähnelt – 'halb zwei' bedeutet ja auf Deutsch ebenfalls 1:30, nicht 2:30. Das zeigt gut, wie stark implizite Sprachgewohnheiten trotz oberflächlicher Ähnlichkeit fehlinterpretiert werden.
Mein Ansatz: Ich arbeite bei solchen Automatisierungsaufgaben gerne mit kontextueller Einbettung statt isoliertem Drilling. Konkret heißt das – nimm dir norwegische Fahrpläne (z.B. von ruter.no oder vy.no) und lies sie täglich durch. Echte Abfahrtszeiten in echten Sätzen. Das erzeugt schneller Automatisierung als abstrakte Karteikarten, weil der Kontext das Gehirn stärker einbindet.
Zahlen unter 100 würde ich außerdem in Blöcken lernen: erst 1-20, dann die Zehner, dann Kombinationen. Die Logik der norwegischen Zahlen (tjue, tredve, førti...) ist relativ transparent, wenn man die Basis hat.
Ich möchte da mal eine etwas andere Perspektive einbringen als die Vorredner. Mit 'halv to' für 1:30 ist das wirklich nicht so kompliziert wie es zunächst scheint – das funktioniert auf Deutsch ja genauso, wir sagen schließlich auch 'halb zwei' und meinen 1:30. Wenn man das einmal wirklich verstanden hat, löst sich das Problem meist von selbst.
Was ich aus eigener Erfahrung mit mehreren Sprachen sagen kann: Der entscheidende Schritt ist, aufzuhören in der Muttersprache zu übersetzen. Das klingt einfacher als es ist, aber man muss Zahlen und Uhrzeiten direkt mit der Vorstellung verbinden, nicht mit dem deutschen Wort dazwischen.
Mein konkreter Tipp für Ihre Fjordreise im Juli: Laden Sie sich vor der Reise die Fahrpläne der norwegischen Fähren herunter und lesen Sie jeden Abend eine Route durch, laut, mit den Uhrzeiten. Das verbindet Lernen mit einem echten Ziel und gibt mehr Motivation als abstrakte Übungen. Für den Urlaub selbst brauchen Sie ohnehin nur die Grundkonstruktionen – das ist machbar.