Hallo zusammen,
ich bin Gerhard, 72 Jahre alt und überlege schon seit Monaten, ob ich mit Norwegisch anfangen soll. Überall lese ich, dass Norwegisch für uns Deutsche angeblich so einfach sein soll - "die einfachste Sprache für Deutsche" heißt es oft.
Aber ehrlich gesagt bin ich skeptisch geworden. Ich habe in meinem Leben schon genug Marketing-Versprechen gehört, die sich später als heiße Luft entpuppt haben. Kenne das noch aus meiner Berufslaufbahn im Vertrieb.
Meine Frau und ich wollen nächstes Jahr eine längere Norwegen-Reise machen, deshalb der Gedanke. Aber mit 72 frage ich mich: Ist das wirklich realistisch oder rede ich mir da was ein?
Was sind denn die echten Schwierigkeiten beim Norwegischen? Die Aussprache soll ja ganz anders sein als im Deutschen, auch wenn die Wörter ähnlich aussehen. Und dann gibt es wohl auch noch verschiedene Dialekte?
Hat jemand von euch schon mal Norwegisch gelernt und kann mir ehrlich sagen, ob das wirklich so machbar ist? Oder ist das nur Werbung der Sprachkurs-Anbieter?
Danke für eure Erfahrungen!
Hallo Gerhard,
aus meiner Erfahrung ist Norwegisch tatsächlich eine der machbareren Sprachen für Deutsche. Ich hab vor zwei Jahren angefangen und nach etwa 6 Monaten konnte ich einfache Gespräche führen.
Das stimmt schon, dass viele Wörter ähnlich sind (hus = Haus, kaffe = Kaffee), aber die Aussprache ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Die Melodie der Sprache ist ganz anders als Deutsch. Und ja, die Dialekte können einen durchaus verwirren - ein Osloer spricht anders als jemand aus Bergen.
Was mir geholfen hat: Ich hab mit einfachen Sätzen für Alltagssituationen angefangen, nicht mit Grammatik-Paukerei. Für eine Reise reicht das völlig. Mit 72 ist das definitiv machbar, aber rechne schon mit einem halben Jahr regelmäßigem Lernen für die Grundlagen.
Es ist nicht "Marketing-einfach", aber auch nicht unmöglich schwer.
Ich sehe das kritischer. Klar, Norwegisch wird immer als "einfach" beworben, aber das ist schon ziemlich oberflächlich gedacht.
Die Grammatik ist zwar einfacher als Deutsch, aber die Aussprache hat es wirklich in sich. Dazu kommt noch das Problem mit den Dialekten - je nachdem wo ihr in Norwegen seid, versteht ihr vielleicht gar nichts, obwohl ihr Bokmål (Schriftnorwegisch) gelernt habt.
Ich hab schon mal über Marketing-Versprechen beim Sprachenlernen geschrieben - da wird oft viel versprochen und wenig gehalten.
Für eine Reise würde ich ehrlich gesagt eher ein bisschen Englisch auffrischen. Die meisten Norweger sprechen hervorragend Englisch.