Hey Leute,
ich denke darüber nach, Italienisch zu lernen - hauptsächlich für Software-Projekte mit italienischen Kunden und vielleicht mal ein paar Monate remote von Italien aus zu arbeiten. Überall liest man 'Italienisch ist so viel einfacher als Deutsch' und die Sprachschulen werben damit, dass man es 'schnell und mühelos' lernt.
Aber mal ehrlich - ist das wirklich so oder nur Marketing-Gerede? Ich spreche fließend Englisch und Spanisch, und bei Spanisch war's am Anfang auch nicht so easy wie behauptet. Besonders die ganzen Zeitformen und der subjuntivo haben mich erstmal umgehauen.
Bei Italienisch höre ich immer 'ist phonetisch, spricht sich wie geschrieben' und 'Grammatik ist logischer als im Deutschen'. Aber dann sehe ich Sachen wie congiuntivo, verschiedene Vergangenheitszeiten und diese ganzen Pronomen-Kombinationen... das sieht nicht gerade trivial aus.
Hat jemand von euch Erfahrung mit beiden Sprachen? Wie ist der Vergleich wirklich, besonders wenn man schon eine romanische Sprache kann? Und wie sieht's mit Business-Italienisch aus - ist das genauso 'einfach'?
Freue mich auf eure ehrlichen Meinungen!
Moin,
kann deinen Punkt gut verstehen - das Marketing übertreibt gerne mal. Ich hab Italienisch nach Französisch gelernt und muss sagen: ja, die Aussprache ist wirklich einfacher als im Deutschen oder Französischen. Kein Nasenvokal-Drama wie bei "vin" oder sowas.
Aber die Grammatik ist definitiv nicht trivial. Der congiuntivo ist genauso fies wie der subjuntivo im Spanischen, nur mit anderen Endungen. Da du schon Spanisch kannst, hast du aber einen enormen Vorteil - die Strukturen sind sehr ähnlich.
Business-Italienisch ist ein anderes Kaliber. Die Italiener lieben formelle Höflichkeitsformen noch mehr als wir Deutsche. "Egregio Dottore" und solche Sachen sind Standard, auch in E-Mails. Dazu kommt die regionale Komponente - im Süden wird anders kommuniziert als in Norditalien.
Mein Tipp: Mit deinem Spanisch-Background würdest du deutlich schneller vorankommen als ein kompletter Anfänger. Aber "mühelos" ist es trotzdem nicht - lass dich da nicht verarschen von den Sprachschulen.
Für Software-Projekte reicht am Anfang sicher ein solides B1/B2-Level aus.