Hallo zusammen,
bin 49 und hab noch nie richtig Englisch gelernt, nur ein paar Brocken aus der Schule hängengeblieben. Jetzt möchte ich das endlich angehen, aber die Volkshochschule kostet 180€ und die privaten Sprachschulen noch viel mehr. Das Geld ist schon da, aber ich frage mich trotzdem: Ist das wirklich nötig?
Im Internet findet man ja so viele kostenlose Ressourcen - YouTube, Apps, Websites. Ich bin eigentlich jemand der gerne selbstständig lernt und hab auch Zeit dafür, besonders jetzt im Frühling wo ich wieder mehr draußen bin und beim Gartenarbeiten Podcasts hören könnte.
Meine Sorge ist nur: Wenn man GAR KEINE Grundlagen hat, lernt man dann vielleicht von Anfang an alles falsch? Gerade bei der Aussprache stelle ich mir das schwierig vor. Und merkt man überhaupt seine eigenen Fehler?
Andererseits denke ich mir - früher haben Leute auch ohne Internet und Apps Sprachen gelernt. Und heute gibt es so viele Möglichkeiten...
Was sind eure Erfahrungen? Hat schon mal jemand komplett autodidaktisch Englisch von Null auf ein ordentliches Niveau gebracht? Oder ist echter Unterricht am Anfang doch unverzichtbar?
Danke schon mal für eure Meinungen!
Martina
Hallo Martina,
aus meiner Erfahrung (ich coache seit Jahren Sprachlerner) kann ich dir sagen: Ja, es funktioniert definitiv auch ohne teure Kurse! Aber - und das ist wichtig - du brauchst einen strukturierten Plan.
Das größte Problem beim Autodidaktentum ist, dass viele einfach drauflos lernen ohne System. Ich hab schon oft erlebt, dass Leute nach Monaten merken, dass sie zwar 1000 Vokabeln können, aber keinen einzigen korrekten Satz bilden.
Mein Tipp: Nimm dir am Anfang vielleicht 2-3 Einzelstunden bei einem guten Lehrer, nur um die Grundstruktur zu verstehen und die wichtigsten Fehlerquellen zu kennen. Danach kannst du sehr gut alleine weiterlernen.
Für die Aussprache: Es gibt heute fantastische Apps mit Spracherkennung. Nicht perfekt, aber für den Anfang völlig ausreichend. Und YouTube-Channels wie "English with Lucy" sind oft besser als mancher Volkshochschulkurs.
Wichtiger als teure Kurse ist Konsistenz. Lieber jeden Tag 20 Minuten als einmal die Woche 2 Stunden.
Hi Martina,
jap, geht auf jeden Fall! Ich hab mit 45 angefangen und bin jetzt nach 2 Jahren schon ziemlich weit gekommen. Hier hatte ich schonmal geschrieben wie das bei mir gelaufen ist.
Kurse hab ich nie gemacht. Hab mit Duolingo angefangen (ist kostenlos), dann YouTube Videos dazugenommen und später englische Serien mit Untertiteln. Das wichtigste ist wirklich dranbleiben.
Bei der Aussprache: Am Anfang klingt man eh wie ein Roboter, das ist normal 😅 Mit der Zeit wird's besser. Ich spreche manchmal laut mit, wenn ich Netflix schaue - meine Nachbarn denken wahrscheinlich ich bin verrückt geworden.
Ein Tipp noch: Fang mit sehr einfachen Sachen an. Ich hab am Anfang den Fehler gemacht und wollte gleich komplizierte Texte verstehen. Das frustriert nur.
Martina, ich muss da leider etwas Wasser in den Wein gießen. Bin 72 und hab schon einige Sprachen gelernt - sowohl in Kursen als auch autodidaktisch.
Klar kann man vieles selbst lernen, aber gerade bei null Vorkenntnissen ist ein echter Lehrer goldwert. Die ersten Grundlagen sind entscheidend, und wenn du dir da falsche Gewohnheiten aneignest, wirst du die später nur schwer wieder los.
Ich hab das bei Italienisch erlebt - erst selbst gelernt, dann gemerkt dass meine Grammatik völlig daneben war. Das war frustrierend.
Mein Vorschlag: Nimm wenigstens einen Grundkurs, um das Fundament richtig zu legen. Danach kannst du gerne alleine weitermachen. Die 180€ für die VHS sind gut investiertes Geld - das entspricht etwa 10 Stunden Privatunterricht, aber du hast 15 Wochen strukturiertes Lernen.