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Deutsche Aussprache wirklich verbessern – was sagen Studien dazu?

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Markus W.
Beiträge: 11
Themenstarter
(@skeptikerphon47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#51]

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit Deutsch und stoße immer wieder auf dieselben Empfehlungen: "Hör viel zu", "Ahme Muttersprachler nach", "Sing deutsche Lieder". Klingt nett, aber ich frage mich ehrlich gesagt, wie viel davon wirklich durch Forschung gestützt wird und was einfach überliefertes Lehrerwissen ist.

Besonders bei der Aussprache merke ich, dass die meisten Tipps sehr vage bleiben. Man sagt mir, ich soll den Mund "anders formen" oder "tiefer atmen", aber konkrete Mechanismen dahinter werden selten erklärt. Bei bestimmten Lauten habe ich das ja schon in einem anderen Thread versucht durchzudenken (ü aussprechen – wie forme ich den Mund richtig?), aber das geht mir eigentlich nicht weit genug.

Mein Hintergrund: Ich plane längerfristig meinen Ruhestand in Südamerika, spreche schon etwas Spanisch, und Deutsch lerne ich aus persönlichem Interesse und weil ich öfter mit deutschsprachigen Bekannten kommuniziere. Ich bin kein Student mehr, lerne also bewusst und will meine Zeit nicht mit Methoden verschwenden, die hauptsächlich gut klingen.

Gibt es hier Leute, die sich ernsthaft mit der Evidenzlage beschäftigt haben? Was funktioniert bei erwachsenen Lernern nachweislich für die Aussprache – und was ist eher Mythos?


2 Antworten
Markus W.
Beiträge: 10
(@studyabroad7)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich skeptisch ob du im Forum die Antwort findest die du suchst. Wer hier wirklich Studien gelesen hat wird eher die Ausnahme sein.


Antwort
Stefan M.
Beiträge: 15
(@vocabmaster3491)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Frage, die ich mir als jemand der täglich Sprache im Berufsalltag nutzt auch schon gestellt habe. Ich kann keine Studien zitieren, aber aus eigener Erfahrung: Das pauschale "viel zuhören" hat mir für Aussprache kaum etwas gebracht, solange ich nicht aktiv auf ganz bestimmte Lautstellen geachtet habe.

Was für mich einen Unterschied gemacht hat – und das deckt sich zumindest mit dem, was ich gelegentlich in Sprachlernblogs lese – ist das sogenannte deliberate practice-Prinzip. Also nicht einfach konsumieren, sondern gezielt einzelne Laute isolieren, aufnehmen, vergleichen. Bei Französisch mache ich das mit einem Diktierprogramm: Ich spreche, schaue wie die KI das transkribiert, und merke sofort wo meine Aussprache abweicht. Funktioniert eigentlich gut.

Ob das "evidenzbasiert" im wissenschaftlichen Sinne ist – ehrlich gesagt keine Ahnung. Für Deutsch müsste ich es erst selbst testen. Die Frage nach dem Spanisch-Dialekt hatte ich übrigens auch mal ähnlich kritisch gestellt, siehe Lateinamerikanisches vs. iberisches Spanisch - welches lernen? – da ist man auch schnell in vagen Empfehlungen versunken.


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