Guten Tag zusammen,
ich bin jetzt seit einigen Monaten dabei, mein Deutsch aufzufrischen und auch ein paar Grundlagen nachzuholen, die ich damals in der Schule nie richtig gelernt habe. Was die Grammatik angeht, komme ich ganz gut voran, aber bei der Aussprache stoße ich immer wieder auf dieselben zwei Probleme: den ch-Laut und das rollende oder gehauchte R.
Beim ch-Laut weiß ich nie genau, ob ich es wie in "ich" oder wie in "Bach" aussprechen soll. Ich habe gelesen, dass das von den umliegenden Vokalen abhängt, aber wenn ich dann versuche, das umzusetzen, klingt es laut meiner Tochter trotzdem seltsam. Sie sagt, ich mache aus dem "ich" immer ein "isch", was wohl ein bekannter Fehler sein soll.
Beim R bin ich ehrlich gesagt noch ratloser. Mancher sagt, man soll es im Rachen bilden, manche sagen vorne mit der Zunge. Und dann gibt es noch das vokalische R am Wortende, zum Beispiel in "Mutter" oder "besser", das ja gar nicht wirklich gerollt wird.
Jetzt im Sommer habe ich etwas mehr Zeit für solche Dinge, ich sitze oft mit einem Ventilator neben mir und übe vor dem Spiegel – meine Frau schüttelt schon den Kopf über mich. Aber ich mache weiter.
Hat jemand praktische Tipps, wie man diese Laute als erwachsener Lernender noch in den Griff bekommt? Gibt es bestimmte Übungen oder Techniken, die wirklich helfen?
Hallo Helmut,
die Verwirrung beim ch-Laut kenn ich gut, hab da selbst lange gebraucht bis ichs kapiert hab. Die Faustregel ist eigentlich recht verlässlich: Nach a, o, u und au wird es zum hinteren "Bach"-Laut (Fachbegriff: velarer oder uvularer Frikativ), nach allen anderen Vokalen – also i, e, ä, ö, ü – zum vorderen "ich"-Laut. Das "isch" passiert vielen, weil das weiche ch wirklich ungewohnt ist. Ein Trick: Stell dir vor, du hauchst auf eine Brille zum Putzen, aber mit der Zungenspitze leicht hinter den unteren Schneidezähnen. Klingt komisch, hilft aber.
Beim R würde ich sagen: Das Zäpfchen-R ist für Anfänger oft einfacher einzuüben als das Zungenspitzen-R, und es klingt im Deutschen auch völlig normal. Einfach mal mit "ach" anfangen und dann probieren, das Geräusch weiter vorne mit etwas Vibration zu machen – manchmal hilft gurgeln als Ausgangspunkt.
Das vokalische R am Wortende ist tatsächlich nochmal eine eigene Baustelle. In "Mutter" klingt das R fast wie ein kurzes "a" oder "ə". Da hilft wirklich nur viel Hören und Nachahmen.
Ich hab mich übrigens auch schon durch App Store voller Sprachlern-Apps - wie filtere ich echte Qualität raus? durchgearbeitet – manche Apps haben tatsächlich Aussprachetraining mit Mikrofon-Feedback, das kann gerade für Einzellaute ganz sinnvoll sein, auch wenn ich da nicht alle gleich gut finde.