Ich lerne gerade Dänisch und stehe vor einer Frage, die mich eigentlich schon beim Spanisch- und Portugiesischlernen beschäftigt hat, die sich bei Dänisch aber nochmal verschärft stellt: Wie viel Energie sollte man in die frühe Aussprache investieren?
Dänisch hat ja diesen Ruf, selbst für Muttersprachler anderer skandinavischer Sprachen schwer verständlich zu sein – der berühmte 'Kartoffel'-Vergleich ist nicht umsonst entstanden. Meine Frage ist aber weniger technisch, sondern eher methodisch: Ist es lernwissenschaftlich sinnvoll, von Anfang an auf korrekte Aussprache zu bestehen, oder kostet das mehr Zeit und Frustration als es bringt?
Ich habe bei meinen anderen Sprachen die Erfahrung gemacht, dass Kommunikation und echte Interaktion langfristig mehr gebracht haben als isoliertes Lauttraining. Andererseits gibt es die These, dass falsch eingeübte Muster schwerer zu korrigieren sind als gar kein Muster.
Gibt es dazu eigentlich seriöse Forschung? Was ich in einigen SLA-Studien (Second Language Acquisition) gelesen habe, war da widersprüchlich. Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ich diesen Sommer endlich mal fokussiert Dänisch angehen will – realistisch 30-40 Minuten täglich – und wissen möchte, wie ich diese Zeit sinnvoll aufteile. Was sagen Leute mit mehr Dänisch-spezifischer Erfahrung dazu?