Ich lerne gerade Dänisch und stehe vor einer Frage, die mich eigentlich schon beim Spanisch- und Portugiesischlernen beschäftigt hat, die sich bei Dänisch aber nochmal verschärft stellt: Wie viel Energie sollte man in die frühe Aussprache investieren?
Dänisch hat ja diesen Ruf, selbst für Muttersprachler anderer skandinavischer Sprachen schwer verständlich zu sein – der berühmte 'Kartoffel'-Vergleich ist nicht umsonst entstanden. Meine Frage ist aber weniger technisch, sondern eher methodisch: Ist es lernwissenschaftlich sinnvoll, von Anfang an auf korrekte Aussprache zu bestehen, oder kostet das mehr Zeit und Frustration als es bringt?
Ich habe bei meinen anderen Sprachen die Erfahrung gemacht, dass Kommunikation und echte Interaktion langfristig mehr gebracht haben als isoliertes Lauttraining. Andererseits gibt es die These, dass falsch eingeübte Muster schwerer zu korrigieren sind als gar kein Muster.
Gibt es dazu eigentlich seriöse Forschung? Was ich in einigen SLA-Studien (Second Language Acquisition) gelesen habe, war da widersprüchlich. Ich frage auch vor dem Hintergrund, dass ich diesen Sommer endlich mal fokussiert Dänisch angehen will – realistisch 30-40 Minuten täglich – und wissen möchte, wie ich diese Zeit sinnvoll aufteile. Was sagen Leute mit mehr Dänisch-spezifischer Erfahrung dazu?
Interessante Frage, die mich an meine eigenen Erfahrungen erinnert! Ich lerne seit ein paar Jahren Italienisch und Spanisch, hauptsächlich um Rezepte und Kochsendungen im Original zu verstehen – und da hatte ich anfangs ähnliche Überlegungen.
Bei mir hat sich gezeigt: Wenn man von Anfang an zumindest die groben Ausspracheregeln kennt, liest man die Wörter richtig mit und sie "klingen" im Kopf schon halbwegs richtig. Das hat mir beim Vokabellernen wirklich geholfen. Komplett isoliertes Lauttraining war aber bei mir auch nie das Ziel, ich wollte ja kommunizieren – mit Marktverkäufern in Florenz oder beim Tandempartner suchen hier im Forum.
Dänisch hab ich nie gelernt, daher kann ich nichts Spezifisches sagen. Aber 30-40 Minuten täglich klingt solide. Ich würde einfach mal schauen, ob du dich mit falscher Aussprache schämen würdest oder ob dich das gar nicht stört – das ist bei jedem anders. Als Rentner habe ich gelernt: Die Motivation ist wichtiger als die perfekte Methode, sonst macht man gar nichts mehr.