Hallo zusammen,
ich bin Stefan und arbeite als Projektmanager – täglich jongliere ich zwischen deutschen und englischen Teams. Jetzt reizt mich Portugiesisch, weil ich merke, wie sehr Mehrsprachigkeit unsere internationale Zusammenarbeit bereichert. Nach Feierabend lerne ich gerne spielerisch mit Vokabel-Apps und Wortspielen.
Meine konkrete Frage: Wie lange braucht man realistisch, um einen soliden Grundwortschatz aufzubauen – also um sich in einfachen Alltagssituationen unterhalten zu können? Ich habe gehört, dass 1000–1500 Wörter reichen sollen, um 80% von Gesprächen zu verstehen. Aber wie lange dauert das im Sommer, wenn ich vielleicht 45 Minuten täglich investieren kann?
Gibt es da große Unterschiede zwischen Europäisch und Brasilianisch? Und hilft es mir, dass ich schon Englisch spreche?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Stefan, ich würde da widersprechen wollen. Die oft zitierte "80/20"-Regel – also dass 1000 Wörter für 80% reichen – wird ständig wiederholt, aber ich sehe dafür wenig wissenschaftliche Evidenz. Das hängt stark ab vom Kontext und davon, was "verstehen" bedeutet.
Honest: Realistische 3–4 Monate halte ich für optimistisch, wenn du wirklich *aktiv* sprechen willst (nicht nur passiv verstehen). Die Studien, die ich gelesen habe, deuten eher auf 600–800 Stunden hin für stabiles A2. Bei 45 Min/Tag brauchst du da eher 18–24 Monate.
Was definitiv hilft: Deine Englisch-Basis und dass du mit Spielen lernst – das ist wissenschaftlich gezeigt effektiver als reines Vokabel-Drilling. Aber sei realistisch mit deinen Erwartungen. Die meisten überschätzen, wie schnell es geht.