Hallo zusammen,
ich bin Krankenschwester und habe vor Jahren mal Schulfranzösisch gelernt, aber das ist ewig her. Jetzt möchte ich gerne wieder einsteigen – eigentlich auch, weil ich parallel Italienisch anfange und bemerke, wie viel Spaß es macht, Rezepte in der Originalsprache zu lesen. Das hat mich gepackt.
Aber hier mein echtes Problem: Im Krankenhaus brauche ich später auch medizinische Fachbegriffe auf Französisch. Nicht nur die üblichen Reisefloskeln, sondern wirklich Begriffe wie Blutdruck, Infusion, Diagnose… Ich frage mich, ob ich das sinnvoll kombinieren kann – also erst wieder die Grundlagen auffrischen und dann gezielt Fachsprache aufbauen?
Wie geht ihr vor, wenn ihr eine Sprache nach langer Pause wieder startet UND gleichzeitig spezialisiertes Vokabular brauchst? Gibt es da Lernmethoden, die beides abdecken, oder sollte ich da lieber trennen? Und welche Ressourcen kennt ihr für medizinische Begriffe auf Französisch – gibt es da zuverlässige Quellen?
Freue mich über eure Erfahrungen!
Ah, da sprechen wir drüber! Ich bin selbst gerade wieder drin nach 15 Jahren Pause – und interessanterweise mit einem ähnlichen Ansatz wie du: Ich wollte authentische Rezepte verstehen, und das hat mich wieder zum Sprachenlernen gebracht. Aber Fachsprache ist nochmal was anderes.
Ich würde sagen: Mach die Grundlagen ZUERST solid. Das ist keine zeitverschwendung – wenn du medizinische Begriffe lernst, ohne die Basis zu haben, merkt man dir das an. Ich spreche da aus Erfahrung mit meinen Versuchen beim Spanischen und Polnischen.
Mein Punkt: Nimm dir 2-3 Monate Zeit für A1/A2, dann fang mit Fachsprache an. Für Krankenhaus-Vokabular würde ich ehrlich gesagt nach französischen Fachbüchern für Pflegepersonal suchen – gibt es, sind aber nicht immer kostenlos. YouTube-Kanäle von französischen Krankenhäusern haben aber auch Material.
Wie ist dein aktuelles Niveau? Noch was da von damals?
Hey Lisa, super Frage! Ich hatte ähnlich komplexe Anforderungen, als ich mich intensiver mit Sprachlern-Apps auseinandergesetzt habe – und bin dabei auf einen interessanten Ansatz gestoßen: Nicht separieren, sondern schichten.
Mein Tipp: Starten Sie mit einer solideren App (Duolingo, Babbel) für die A1/A2 Basics – etwa 30-40 Minuten täglich. Parallel dazu würde ich sofort damit anfangen, medizinische Podcasts zu hören (es gibt spezialisierte französische Gesundheits-Kanäle auf Spotify/Apple Podcasts). Das klingt nach viel, ist aber eigentlich effizient: Ihr Gehirn verarbeitet gleichzeitig "normale" Sätze UND das Fachjargon-Umfeld.
Für Fachbegriffe konkret: Schauen Sie sich französische medizinische Glossare an – die Kammer von Québec hat gute Online-Ressourcen. Und ehrlich: Musik hilft auch hier – es gibt französische Indie-Künstler, die in Songs über Krankenhausalltag singen, klingt weird, funktioniert aber.
Wie lange ist Ihr Schulfranzösisch her? Das verändert die Startgeschwindigkeit erheblich.