Hallo zusammen,
ich bin gerade wieder dabei, nach 15 Jahren Pause Sprachen zu lernen – anfangs mit Türkisch und Portugiesisch. Jetzt interessiert mich auch Schwedisch, und ich bin unsicher, wie ich meine Zeit zuhause am sinnvollsten einteile.
Mein Problem: Ich habe abends ein bis zwei Stunden Zeit, möchte aber nicht einfach nur Vokabeln pauken. Die Frage ist – soll ich mich erst auf schriftliche Übungen konzentrieren (Grammatik, Sätze schreiben, Texte lesen), oder ist es effektiver, von Anfang an mündlich zu trainieren, auch wenn ich keine Tandempartner habe?
Ich bin da ehrlich unsicher. Beim Portugiesisch habe ich bemerkt, dass ich Sätze lesen kann, sie aber sprechen nicht hinkriege. Gleichzeitig habe ich Respekt davor, alleine zuhause zu sprechen – fühlt sich irgendwie unnötig an.
Wie macht ihr das praktisch? Gibt es da einen sinnvollen Mix oder sollte man sich auf eine Methode konzentrieren, besonders im Sommer wenn man eh weniger motivation hat?
Mein Ansatz: Beides sofort anfangen, aber unterschiedlich gewichten. Erste zwei Wochen fast nur Schriftliches für den Aufbau, dann schnell ins Sprechen gehen. Sprachspiele haben mir geholfen, das mündliche Training spielerisch zu machen – z.B. Dialog-Apps oder einfach YouTube-Anfängervideos nachsprechen. Das fühlt sich weniger seltsam an als alleine im Zimmer zu reden.
Das kenne ich von meiner Neuorientierung mit Dänisch und Niederländisch. Meine Erfahrung: Fang mit dem Schriftlichen an, bis du ein Grundgerüst hast (erste 200-300 Vokabeln, Basisgrammatik). Danach MUSS das Mündliche kommen – sonst passiert genau das, was dir beim Portugiesisch passiert ist. Nach etwa 4-5 Wochen solltest du anfangen, die Sätze laut auszusprechen und wenn möglich, Tandempartner suchen. Im Sommer ist das psychologisch übrigens leichter, weil weniger beruflicher Stress.