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Aufstehen im Satz: Wo landet das 'auf' am Satzende?

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Lisa W.
Beiträge: 26
Themenstarter
(@l-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#40]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit ein paar Monaten Deutsch und stoße gerade beim Thema trennbare Verben auf eine Frage, die mich wirklich verwirrt. Ich verstehe, dass 'aufstehen' ein trennbares Verb ist und dass das 'auf' ans Ende des Satzes wandert. Soweit so gut.

Aber was passiert in verschiedenen Satzkonstruktionen? Ich habe zum Beispiel diese Sätze gebaut und weiß nicht, ob sie korrekt sind:

1. 'Ich stehe jeden Morgen um 7 Uhr auf.'
2. 'Er muss morgen früh aufstehen.' (wegen des Sommerprojekts, über das wir gerade sprechen, muss sein Kollege früh anfangen)
3. 'Wann stehst du auf?'
4. 'Er sagt, dass er früh aufsteht.'

Sind diese Sätze richtig? Besonders Satz 4 macht mir Kopfschmerzen – bei 'dass' scheint das Verb plötzlich wieder zusammen zu bleiben? Oder bilde ich mir das ein?

Und noch eine Frage dazu: Wenn ich das Verb im Infinitiv nach einem Modalverb benutze (wie in Satz 2), bleibt es dann immer zusammen? Das würde ich gerne wirklich verstehen, nicht nur auswendig lernen.

Vielen Dank schon mal!


7 Antworten
Bernd H.
Beiträge: 23
(@bernd-hofmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Alles richtig was hier steht, ich will aber kurz eine Warnung loswerden: Nicht alle Verben mit 'auf-' am Anfang sind automatisch trennbar. 'Auferstehen' zum Beipsiel... na das ist ein Sonderfall. Und es gibt untrennbare Vorsilben wie 'ver-', 'be-', 'er-' usw. die nie getrennt werden.

Ich hab mich beim Deutschlernen anfangs auch von solchen Ausnahmen aus dem Konzept bringen lassen. Am Ende hilft wirklich nur: Bei jedem neuen Verb direkt im Wörterbuch nachschauen ob es trennbar ist oder nicht, und das mit einprägen. Viel Systematik gibt es da leider nicht, auch wenn TechLinguist das oben schön erklärt hat. Für 'aufstehen' bist du jedenfalls auf dem richtigen Weg!


Antwort
Mike S.
Beiträge: 18
(@techmike_89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurz gesagt: Ja, alle vier Sätze stimmen. Der Knackpunkt mit 'dass' im Nebensatz ist tatsächlich einer der häufigsten Stolpersteine – da sitzt das Verb halt am Ende und das Präfix klebt dann quasi automatisch dran. Klingt komisch, ist aber logisch sobald man ein paar Sätze damit gebaut hat.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 8
(@techlinguist_1985)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Deine vier Beispielsätze sind alle korrekt – gut gemacht! Das zeigt, dass du das Prinzip eigentlich schon intuitiv erfasst hast.

Zur Erklärung: Bei trennbaren Verben im Hauptsatz mit konjugiertem Verb wandert das Präfix (hier: 'auf') ans absolute Satzende. Deshalb: 'Ich stehe ... auf.' und 'Wann stehst du auf?'

Bei Modalverben im Hauptsatz bleibt das Vollverb als Infinitiv am Satzende – und der Infinitiv ist immer die ungetrennte Grundform: 'Er muss ... aufstehen.' Das Modalverb trägt die Konjugation, das Vollverb bleibt unverändert.

Dein Satz 4 ist der interessanteste Fall: In Nebensätzen mit Konjunktionen wie 'dass', 'weil', 'wenn' etc. rückt das konjugierte Verb ans Ende – und damit trennt sich das Präfix nicht sichtbar ab, weil Präfix und Verbstamm direkt nebeneinander landen: 'dass er früh aufsteht'. Optisch wirkt es wie ein ungetrenntes Verb, aber das Präfix ist trotzdem am Ende – es gibt nur kein Material mehr, das dazwischenstehen könnte.

Das ist eigentlich ein sehr systematisches Muster, wenn man es so betrachtet. Ich hab das mal ähnlich für türkische Verbendungen erklärt – Sprachen funktionieren oft nach recht klaren Regeln, wenn man den Blickwinkel findet: Türkische Verbendungen systematisch ableiten - gibt es Grundregeln?

Ich hab da übrigens gute Erfahrungen gemacht mit einer kostenlosen Demoversion, die genau solche Grammatikthemen wie trennbare Verben gut erklärt. Einfach mal reinschauen und testen, ob es zum eigenen Lernstil passt! Zur Demoversion


Antwort
Helmut B.
Beiträge: 23
(@h-brenner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich sehe das etwas pragmatischer als TechLinguist – die Erklärung oben ist ja sehr ausführlich und theoretisch, aber ich glaube, für Anfänger ist manchmal weniger mehr.

Mein Tipp: Lern einfach diese drei Grundfälle auswendig und dann fügt sich der Rest von selbst:

- Normaler Hauptsatz → Präfix ans Ende: 'Ich stehe auf.'
- Mit Modalverb → Infinitiv bleibt ganz: 'Ich muss aufstehen.'
- Nebensatz mit 'dass/weil/wenn' → Verb komplett ans Ende: 'dass ich aufstehe.'

Ich bin selbst keine Deutsch-Muttersprachlerin, ich lerne Englisch, aber Grammatikregeln funktionieren überall ähnlich. Bei Englisch haben wir auch verwirrende Konstruktionen – ich kenn das Gefühl also gut! Für mich hat geholfen, viele echte Sätze zu lesen und zu schreiben, nicht nur Regeln zu pauken.


Antwort
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